Döpfner wirft Wulff "Selbstdemontage" vor

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Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner (rechts), hat die Kredit- und Medienaffäre um Bundespräsident Christian Wulff als andauernde “Selbstdemontage“ des deutschen Staatsoberhauptes bezeichnet.

Berlin - Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, hat Bundespräsident Christian Wulff in der Kredit- und Medianaffäre kritisiert.

“Ich werde heute nicht über die seit vier Wochen andauernde Selbstdemontage des deutschen Staatsoberhaupts sprechen“, sagte Döpfner beim Neujahrsempfang der “Berliner Morgenpost“ am Freitag vor rund 300 Gästen aus Politik und Gesellschaft. “Die Angelegenheit hat mir - dazu gehört einiges - die Sprache verschlagen.“

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Wulff hatte bei Döpfner und “Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann gegen die geplante Berichterstattung über seinen Hauskauf-Kredit interveniert. Dabei war nach früheren Veröffentlichungen von Empörung über “Bild“ die Rede gewesen sowie von einer Kampagne und ungerechtfertigter Skandalisierung. Wenn der Artikel über seinen Privatkredit zur Hausfinanzierung erscheine, dann bedeute das Krieg zwischen dem Präsidialamt und Springer bis zum Ende von Wulffs Amtszeit.

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Döpfner räumte in einer kritischen Würdigung des Unternehmensgründers Axel Springer Fehler des Verlags in der Vergangenheit ein. Die Wahrnehmung sei oft negativ geprägt. “Nicht immer ohne Grund“, meinte Döpfner. In den Blättern des Hauses seien früher Dinge geschehen, die falsch gewesen und heute wohl nicht mehr denkbar seien. “Auf der anderen Seite ist es längst so wahnsinnig billig geworden, “Bild“ zum Beispiel zu kritisieren. Es ist so einfach geworden, wenn einem die kritischen Berichte der Zeitung nicht gefallen, gleich von einer Kampagne zu sprechen... Es ist Spießermut zu betonen, wie geschmacklos man “Bild“ findet.“

Der Verlag feiert mit zahlreichen Veranstaltungen Axel Springer, der am 2. Mai 1912 geboren wurde und nun 100 Jahre alt geworden wäre.

dpa

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