Doktortitel weg: Wolfgang Dippel legt Widerspruch ein

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Kassel. Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium will Aberkennung des Doktortitels durch die Uni Kassel nicht hinnehmen - war alles ein Verfahrensfehler an der Uni?

Der hessische Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel (CDU) setzt sich gegen die Aberkennung seines Doktortitels durch die Universität Kassel juristisch zur Wehr. Die von ihm beauftragte Frankfurter Kanzlei hat Widerspruch eingelegt. Wie berichtet, hatte die Uni den Titel aufgrund von Plagiatsvorwürfen aberkannt. Der Anwalt teilte gestern mit, dass damit „sofort die aufschiebende Wirkung der Entscheidung“ eintrete. „Die Führung des Doktortitels ist rechtlich zulässig und einwandfrei.“

Dippel selbst will sich wegen des laufenden Verfahrens nicht mehr äußern, auch die Universität verweigerte mit dieser Begründung jede Stellungnahme zu dem Fall.

Dippel hatte zunächst allerdings darauf hingewiesen, dass er auch Verfahrensfehler der Hochschule damals sieht. Damit bezog er sich offenbar auf Auflagen für die Veröffentlichung der Dissertation, die ihm nicht bekannt gewesen seien.

Sein damaliger Doktorvater, der Politikwissenschaftler Eike Henning, hatte gegenüber unserer Zeitung von „unsauberer Arbeit“ bei den Quellenangaben gesprochen. Trotz eines Hinweises zur Überarbeitung sei diese nicht erfolgt, Dippel habe dafür nur ein „bestanden“ als Note bekommen.

Interessant sei der Fall, weil Plagiat normalerweise bedeute, dass die Quelle gar nicht genannt werde. Dippel habe aber in nicht ausreichendem Maße darauf hingewiesen.

Der Staatssekretär, kurz nach seiner Ernennung im Frühjahr anonym informiert, hatte die Prüfung der Vorwürfe selbst erbeten. (wet)

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- Plagiatsvorwurf: Wolfgang Dippel (CDU) verliert Doktortitel

- Kommentar Doktortitel von Dippel: Problem liegt bei der Uni Kassel

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