„Tun Sie bitte nicht so“

„Hart aber fair“: Trump-Unterstützer sorgt mit Hitler-Vergleich fast für Eklat - Plasberg fassungslos

Der US-Wahlkampf geht in die heiße Phase. Die ARD-Sendung „Hart aber fair“ diskutierte über Donald Trumps Amtszeit und seine Aussichten - und endete fast im Eklat.

  • Bei „Hart aber fair“ (ARD) wird der US-Wahlkampf zwischen Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden diskutiert.
  • Moderator Frank Plasberg hat auch einen Trump-Befürworter zu Gast.
  • Der sorgt am Ende mit einem Vergleich beinahe für einen Eklat.

Washington – Nachdem die Demokraten Joe Biden* auf ihrem Parteitag zum Kandidaten* für das Amt des US-Präsidenten* gekürt hatten, zogen nun die Republikaner nach. Der amtierende Präsident Donald Trump, dessen wichtigste Beraterin kürzlich zurücktrat, wurde offiziell nominiert und tritt im Kampf um das Weiße Haus erneut an, um vier weitere Jahre als Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika wirken zu können.

Auch wenn es bis zur US-Wahl* am 3. November noch einige Monate dauert - der Wahlkampf droht erneut schmutzig zu werden. Einen Vorgeschmack bot nun die ARD-Sendung* „Hart aber fair“*. Moderator Frank Plasberg* hatte unter dem Titel „Wahlkampf mit allen Mitteln: Zerbricht Amerika an Donald Trump?“ seine Gäste dazu eingeladen, über die anstehende Wahl zu sprechen.

In George Weinberg war ein glühender Trump-Anhänger zu Gast. Der Unternehmer ist als Sprecher der „Republicans Overseas Germany“ eine Art Sprachrohr der US-Republikaner in Deutschland. Daneben diskutierten unter anderem CDU*-Politiker Norbert Röttgen* und Christina Meier (Leiterin ARD-Studio New York).

„Hart aber fair“ (ARD): Trump-Befürworter Weinberg mit Medienschelte im Stile des US-Präsidenten

Und schon nach wenigen Minuten legte Weinberg mit seinen Lobpreisungen für Trump* los. „Donald Trump ist der erfolgreichste US-Präsident“, befand er und begründete dies so: „Er redet nicht nur, er macht.“ Dies gebe aber die Presse nicht entsprechend wieder, glaubt Weinberg. Und attackierte ganz im Stil seines Präsidenten die Medien. „ARD und ZDF sind nicht objektiv. Die Journalisten verfolgen ihre eigene Richtung. Das ist nicht in Ordnung.“

Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland verglich Weinberg mit CNN, die von Trump seit jeher zu den Vertretern der „Fake-News“ gezählt werden. Der zugeschalteten New-York-Korrespondentin der ARD platzte nun der Kragen, sie konterte die Ausführungen Weinbergs. „Ich finde es bemerkenswert, wie brachial die freie Presse von Republikanern angegriffen wird“, sagte Meier per Videoschalte. „Die Partei hat sich vollständig unterworfen. Es gibt innerhalb der republikanischen Partei keine Meinungsvielfalt mehr.”

Norbert Röttgen (CDU) kritisiert bei „Hart aber fair“ Trumps Wahlkampf: „Es gibt Grenzen“

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Röttgen schaltete sich in die Diskussion ein. Ihm ging es um Fairness im Wahlkampf, die Trump in seinen Augen vermissen lässt. Der US-Präsident hatte im Weißen Haus über die demokratische Vize-Kandidatin Kamala Harris* geäußert, er habe „gehört, dass sie nicht die Anforderungen erfüllt“ und damit ihre Geburt in den USA infrage gestellt.

Während Weinberg der Meinung war, da mache man „aus einer Mücke einen Elefanten”, sah Röttgen dies ganz anders. „Es gibt Grenzen. Auch Parteimitglieder sollten sagen, dass es Grenzen gibt: die Diffamierung eines politischen Wettbewerbers etwa. Rassismus ist so eine Grenze. Es gibt Methoden, die das Land vergiften”, appellierte Röttgen an Weinberg.

Trump-Unterstützer Weinberg mit skandalösem Vergleich: „Tun Sie nicht so, als ob er Hitler wäre“

Plasberg stellte zum Abschluss der Sendung noch eine letzte Frage an Trump-Befürworter Weinberg.  „Wie wollen Sie ihre Kinder und Enkelkinder zur Wahrheit erziehen, wenn Sie jemanden unterstützen, der lügt?“ Weinberg wollte erst nicht antworten, dann entgegnete er: „Das ist eine provokative Frage. Donald Trump hat Kinder, er hat Enkelkinder, er ist ein sehr guter Vater. Er ist von 63 Millionen Amerikanern gewählt worden.“ Dann schob er ebenso provokant an Plasberg gewandt hinterher: „Tun Sie bitte nicht so, als ob er Adolf Hitler wäre.“

Die Sendung endete so beinahe im Eklat. Doch der ARD-Moderator blieb souverän und unterband den völlig deplatzierten Vergleich Weinbergs umgehend. „Vergleiche mit Adolf Hitler sind nicht möglich, das ist einzigartig. Niemand macht das hier“, sagte Plasberg und drehte sich ab. Danach fragte er alle Diskussionsteilnehmer nach ihrer Meinung, wer die Wahl im November gewinnen werde. Während Biden hier eine breite Mehrheit erfuhr, hatte Weinberg das letzte Wort: „Ja was glauben Sie?! Natürlich Donald Trump.“ (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Beim Parteitag der Republikaner haben Familienmitglieder für eine Wiederwahl des amtierenden US-Präsidenten geworben. Auch Trump selbst ließ mit seiner Abschlussrede noch einmal aufhorchen.

Rubriklistenbild: © Screenshot/ARD

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