Aus Angst vor Ansteckung

Coronavirus-Sorge bei Politikern: Seehofer gibt nicht mehr die Hand - Trump sagt Termin ab

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Als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Coronavirus-Ansteckung gibt Horst Seehofer (CSU) derzeit niemandem mehr die Hand.

Das Coronavirus wirkt sich auch auf die politische Agenda aus: Donald Trump ändert nun seinen Terminplan, Horst Seehofer schüttelt keine Hände mehr. 

  • Donald Trump sagte kürzlich, dass er durch Coronavirus nur ein „sehr geringes“ Risiko für die USA sehe.
  • Jetzt ändert die US-Regierung ihre Linie und sagt wegen des Coronavirus Treffen ab.
  • Ein Politiker soll deshalb nicht in den Flieger steigen und den Atlantik überqueren.

Update vom 1. März 2020, 9.15 Uhr: Nicht nur US-Präsident Donald Trump, auch CSU-Politiker Horst Seehofer bereitet das Coronavirus offenbar große Sorge. Nach eigener Aussage gibt Seehofer als Schutzmaßnahme derzeit anderen Menschen nicht mehr die Hand. „Ich sage aber jedes Mal, dass das nichts mit Unhöflichkeit zu tun hat“, erzählt der Bundesinnenminister. Auch mit Blick auf die künftige Entwicklung ist Seehofer pessismistisch. Er rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Kampfes gegen das Coronavirus. 

Einen entsprechenden Impfstoff werde es seinen Vermutungen zufolge erst zum Jahreswechsel geben, sagte er der Bild am Sonntag. Bis es soweit sei, müsse man Covid19 „mit den klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpfen. Wir müssen die Infektionsketten konsequent unterbrechen“, forderte er. Und sogar die Absperrung von Regionen oder Städten schloss Seehofer nicht komplett aus. „Dieses Szenario wäre das letzte Mittel“, sagte er. 

Trump ergreift wegen Coronavirus drastische Maßnahme - Österreichs Kanzler wird Besuch verwehrt

Erstmeldung vom 29. Februar 2020:

Washington - Noch vor drei Tagen sah Donald Trump im Coronavirus keine echte Gefahr für sein Land, aber der US-Präsident hat seine Meinung offenbar geändert: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz darf ihn nicht besuchen. In Österreich sind aktuell neun Fälle von Coronavirus-Infektionen bestätigt. In den USA haben sich mehr als 60 Menschen mit dem Erreger infiziert. 

Kurz wollte am Sonntag in die USA reisen und sich am Dienstag mit Trump* über aktuelle politische Fragen austauschen. Trump hat das Treffen nun auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben. Der Besuch sei „aufgrund der allgemeinen Coronavirus-Situation vom Weißen Haus verschoben“ worden, teilte das Bundeskanzleramt in Wien am Samstag mit. Kurz hatte am Freitag auf seinem Instagram-Account über die Coronavirus-Fälle in Österreich berichtet:

Trump sagt Sebastian Kurz wegen Coronavirus ab - „Nicht ganz unglücklich“

Aus Kurz' Umfeld hieß es der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge, die österreichische Seite sei „nicht ganz unglücklich“ über die Verschiebung, da „die Tage auch in Österreich wegen des Coronavirus gerade sehr intensiv“ seien. 

Die USA hatten zuvor bereits den Gipfel des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) wegen der Coronavirus-Epidemie verschoben. Der Gipfel mit Trump* als Gastgeber sollte am 14. März in Las Vegas stattfinden. Ein Datum dafür gebe es aber noch nicht. Ein Regierungsvertreter versicherte zugleich, dass Trump „mit Ungeduld“ auf ein künftiges Treffen warte. Noch am Dienstag hatte US-Außenminister Mike Pompeo versichert, dass das Gipfeltreffen ungeachtet der unzähligen Corona-Fälle in Asien* wie geplant stattfinden werde.

Coronavirus-Einschätzung von Trump: „Wir sind vollständig vorbereitet“

Trump wurde am Freitag von einem Reporter gefragt, ob er wegen des Virus Reisebeschränkungen* auf weitere Staaten wie beispielsweise Italien ausdehnen wolle. Der Präsident antwortete, das werde im Fall von einigen Ländern mit einer hohen Zahl von Infektionen geprüft. „Und wir werden diese Entscheidung bald fällen.“ Derzeit dürfen Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren, nicht in die USA einreisen. US-Staatsbürger, die in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei waren, müssen für zwei Wochen in Quarantäne.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Weißen Haus hatte Trump betont, das Risiko für Amerikaner sei weiterhin „sehr gering“. Er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. Der Präsident betonte zugleich: „Was immer auch passiert, wir sind vollständig vorbereitet.“ Trump kündigte an, Vizepräsident Mike Pence werde in der US-Regierung den Kampf gegen das Virus leiten.

Mehr zum US-Präsidenten im Video: Sechs Fakten über Trump

frs

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