Umweltaktivist Witischko muss ins Straflager

Drei Jahre Haft für Protest: Umweltaktivist Witischko muss ins Straflager

Engagiert gegen Umweltzerstörung: Jewgeni Witischko. Foto: dpa

Wer sich Russlands Präsident Wladimir Putin zum Feind macht, endet nicht selten im Straflager. So erging es auch dem russischen Umweltaktivisten Jewgeni Witischko (40).

„Das ist unser Wald“ und „Sanja ist ein Dieb“, hatte er im November 2011 gemeinsam mit dem Aktivisten Suren Gasarjan auf Plakate geschrieben und an den Zaun einer Gouverneurs-Villa befestigt. Diese Form des Protestes war für die russische Justiz nicht Anlass genug, die beiden Aktivisten der Organisation „Umweltschutz im Nordkaukasus“ (EWNC) strafrechtlich zu verfolgen.

Ein Gericht verurteilte die Männer im Juli 2012 zunächst zu Bewährungsstrafen. Gasarjan ergriff die Flucht und bekam politisches Asyl in Estland. Die endgültige Strafe wurde jedoch erst jetzt festgelegt: Witischko muss für drei Jahre ins Straflager.

Mit ihrer Plakataktion wollten die beiden Aktivisten auf die Schattenseite der Olympischen Winterspiele in Sotschi aufmerksam machen, nämlich auf die skrupellose Zerstörung der Umwelt. Der Geologe Witischko arbeitet an einem Bericht, der zahlreiche Umweltsünden im Zusammenhang mit den Bauarbeiten zu den Winterspielen aufdecken soll. Mit „Sanja“ ist Alexander Tkatschow gemeint, Gouverneur der Region Krasnodar, die zu Sotschi gehört. Die Aktivisten hätten den Zaun bei ihrer Protestaktion zerstört, begründeten die Richter ihr Urteil. Witischko erklärte hingegen, sein Protest sei gerechtfertigt, da die Villa des Gouverneurs illegal ohne jegliche gesetzliche Grundlage gebaut worden sei und dafür große Waldflächen abgeholzt wurden.

Geboren wurde Witischko 1973 in der Region Krasnodar. In der nordrussischen Teilrepublik Komi studierte Witischko an einer Industriehochschule. Er arbeitete für verschiedene Tourismusanbieter und machte sich auch einen Namen als Umweltschützer. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. (mit dpa)

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