Wirtschaftsforscher belegen starke Arbeitsmarktverflechtung in Südniedersachsen

Drei Kreise, eine Region

Göttingen. Wie groß ist Südniedersachsen? Zählt neben den Landkreisen Göttingen und Northeim auch der Landkreis Osterode dazu? Und Holzminden? Wenn es nach den Pendlerströmen geht, ist die Antwort glasklar: Die Region Südniedersachsen besteht aus den Kreisen Göttingen, Northeim und Osterode.

Das ist das Ergebnis eine Studie zur Arbeitsmarktverflechtung, die das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) erstellt hat. Die Ergebnisse flossen in das Gutachten von Prof. Dr. Jens Joachim Hesse über die mögliche Fusion von Landkreisen ein, das heute in Göttingen vorgestellt wird.

Nach der Studie des NIW stellt die Stadt Göttingen mit 61 500 Beschäftigten 40 Prozent aller Arbeitsplätze in den drei Landkreisen. Von den 86 400 Beschäftigten im gesamten Landkreis Göttingen sind 25 300 (29,3 Prozent) Einpendler. Von ihnen kommen 31,1 Prozent aus dem Landkreis Northeim und 5,0 Prozent aus dem Landkreis Osterode sowie 28,2 Prozent aus Thüringen.

In der Gegenrichtung fahren täglich 3000 Pendler aus dem Landkreis Göttingen zur Arbeit in den Landkreis Northeim. Das sind über 32 Prozent aller Northeimer Einpendler. 1100 Einpendler (12,2 Prozent) kommen aus dem Landkreis Osterode.

Richtung Osterode pendeln 1200 Beschäftigte aus dem Landkreis Göttingen und 800 aus dem Landkreis Northeim, aber auch 1100 aus dem Landkreis Goslar.

Aus den Zahlen zieht das Institut das Fazit, dass der Landkreis Osterode deutlich stärker mit Göttingen und Northeim verflochten ist als mit Goslar.

Der Landkreis Holzminden dagegen habe starke Verbindungen nach Ostwestfalen, aber nur schwache Richtung Göttingen/Northeim: „Eine Zuordnung des Landkreises zu einer erweiterten Region Südniedersachsen wäre aus Sicht der Arbeitsmarktverflechtung nicht zu begründen.“

Für die Wirtschaftsforscher ist damit klar, dass die Region Südniedersachsen aus drei Landkreisen mit 475 000 Einwohnern besteht. Von ihnen leben 258 000 im Landkreis Göttingen (54,4 Prozent), 139 000 im Landkreis Northeim (29,3 Prozent) und 77 000 im Landkreis Osterode (16,3 Prozent).

Von Christoph Papenheim

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