Angriff auf Dresden: Eine Stadt erinnert sich

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Dresden gedenkt der Opfer der Bombenangriffe auf die Stadt vor 67 Jahren.

Dresden - Dresden hat still der Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Zerstörung der Stadt vor 67 Jahren gedacht. Tausende protestierten gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten.

Weiße Rosen, Kerzen und Menschenkette: Dresden hat am Montag der Opfer der Bombenangriffe auf die Stadt und ihrer Zerstörung vor 67 Jahren gedacht. In Predigten und Reden wurde zugleich daran erinnert, dass das millionenfache Leid im Zweiten Weltkrieg seinen Ursprung in Nazi-Deutschland hatte. Mehr als 13 000 Dresdner und Gäste bildeten eine Menschenkette um die Innenstadt und setzten damit ein deutliches Zeichen gegen Nationalsozialismus, Rassismus und Gewalt. Bis zum Abend blieb es friedlich.

Die Menschenkette zog sich etwa 3,6 Kilometer lang über die Elbe durch Alt- und Neustadt. Damit gaben mehr Menschen als im Vorjahr ein klares Bekenntnis gegen den Missbrauch des Gedenktages durch Rechtsextremisten ab. „Unsere Stadt steht fest zusammen, mit Mut, Respekt und Toleranz“, sagte der amtierende Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vor dem Rathaus. Auch Landtagspräsident Matthias Rößler, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der frühere Regierungschef Kurt Biedenkopf (beide CDU) reihten sich ebenso in die Menschenkette ein.

Angriff auf Dresden: Stilles Gedenken und lauter Protest

Angriff auf Dresden: Eine Stadt erinnert sich

Unter dem Geläut der Kirchenglocken reichten sich die Teilnehmer um 18.00 Uhr für zehn Minuten die Hände und schlossen den Ring. Angereist waren auch Bundespolitiker wie Wolfgang Thierse (SPD), Petra Pau (Linke), die Grünen Claudia Roth, Cem Özdemir, Renate Künast und Jürgen Trittin oder der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer. „Die Dresdner haben mit ihrem stillen Gedenken eine wichtige und respektvolle Form gefunden, sich nicht instrumentalisieren zu lassen“, lobte Kramer.

Bei einer Friedensandacht in der Frauenkirche hatte Pfarrer Holger Treutmann zuvor ein deutliches Zeichen der Gegenwehr angemahnt. Die Frauenkirche war 1945 ausgebrannt und eingestürzt und gilt seit ihrem Wiederaufbau als Symbol für Frieden und Versöhnung. Vor der Kirche formten Passanten später aus tausenden Lichtern mit Namen von Opfern der Dresdner Luftangriffe eine meterlange Kerze auf dem Pflaster.

Bei der offiziellen Feier der Stadt auf dem Heidefriedhof wurde der etwa 25 000 Toten der Bombennächte vom 13./14. Februar 1945 gedacht. Teilnehmer legten an der letzten Ruhestätte vieler Opfer weiße Rosen als Zeichen für die Überwindung von Krieg, Rassismus und Gewalt nieder. Erstmals war es gelungen, die rechtsextreme NPD von der Veranstaltung fernzuhalten.

Gegen den geplanten Fackelzug von Neonazis durch die City hatten Parteien, Kirchen und Verbände unter dem Motto „Mit Mut und Toleranz - Dresden bekennt Farbe“ zum friedlichen Protest aufgerufen. Etwa 800 Rechtsextremisten versammelten sich schließlich, abgeschirmt von einem großen Polizeiaufgebot, am Rande des Zentrums. Die Polizei hatte mit bis zu 2000 Neonazis in Dresden gerechnet. Hunderte Gegendemonstranten formierten sich in Sicht- und Hörweite.

2010 und 2011 hatten Tausende Gegendemonstranten Neonazi-Märsche verhindert. Bei Ausschreitungen von Linken und Rechten waren im vergangenen Jahr mehr als 100 Polizisten verletzt worden. Ein Großaufgebot von 5800 Beamten aus mehreren Bundesländern sowie der Bundespolizei sollte das diesmal durch Deeskalation verhindern.

dpa

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