In Dresden und anderen Städten

Kommentar zu Flüchtlingsdemos: Wo Politik schweigt, spricht die Straße

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Tausende Demonstranten laufen in Dresden (Sachsen) durch die Innenstadt.

Seit Wochen demonstrieren in Dresden und anderen deutschen Städten Menschen gegen die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in Deutschland. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Warum Angela Merkel so beliebt ist? Sie verspricht, was den meisten Deutschen am wichtigsten ist: Wir ändern so wenig wie möglich. Und wenn doch, dann tun wir es so, dass es so wenige wie möglich merken. Wir sind nicht das Land, das alles gewinnen kann. Wir sind das Land, das alles verlieren kann.

Doch diese Zeiten neigen sich ihrem Ende zu. Die Demonstrationen in Dresden und anderen deutschen Städten sind mehr als der übliche Frust der kaum demokratisierten Ränder, wie es sie in jedem Gemeinwesen gibt. Sie sind Ausdruck einer globalisierten Verunsicherung, die in Gestalt von vielen Flüchtlingen auch in unseren Städten immer sichtbarer wird.

Die Tatsache, dass wir noch mehr Einwanderer bräuchten, wenn sich an unserem Wohlstand nichts ändern soll, ist schwierig zu verstehen. Aber wo ist die Politik, die das erklärt und Mut zeigt? Wo ist die breite politische Debatte über eine neue Flüchtlings- und Einwanderungspolitik, die Deutschland dringend braucht? In Dresden, an den Elbterrassen? Das ja wohl sicher nicht.

 Mail an den Autor: tpa@hna.de

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