Drogenanbauer weichen nach Niedersachsen aus

Drogenanbauer weichen nach Niedersachsen aus

Hannover. Weil die Niederlande ihre Drogenpolitik verschärfen, weichen die Produzenten des Rauschmittels Cannabis immer öfter nach Niedersachsen aus: Auf Plantagen werden mit Fachwissen und Gerät aus dem Nachbarland Drogen produziert.

Die Polizei registriert steigende Fallzahlen. So stehen in Hannover momentan ein Niederländer und ein Deutscher vor Gericht, die in Barsinghausen eine Hanfplantage in einem Haus betrieben haben sollen. Der Fall ist typisch: „Wir stellen fest, dass bei Indoor-Plantagen oft holländisches Know-how verwendet wird“, sagt Frank Federau, Pressesprecher des Landeskriminalamtes.

„Indoor“ bedeutet, dass die Hanfpflanzen in Häusern mit künstlicher Beleuchtung und Klimatisierung aufgezogen werden. Das minimiert die Gefahr, entdeckt zu werden. „Das Gefährliche an Indoor-Pflanzen ist, dass sie einen sehr starken THC-Gehalt haben“, sagt Federau. Der Hauptwirkstoff dieser Cannabispflanzen sei zwei- bis dreimal so stark im Vergleich zu anderen Pflanzen. Der Konsument könne die Wirkung dadurch leicht unterschätzen.

Trotzdem sind die Indoor-Plantagen auf dem Vormarsch: Entdeckte die Polizei 2001 nur drei Groß- und Profiplantagen, waren es 2007 dann 24 und 2010 sogar 25. Als Großplantagen gelten Räume mit 100 Pflanzen, Profiplantagen haben über 1000 Pflanzen. Laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung belegen Baden-Württemberg und Niedersachsen bei der Zahl der Indoor-Hanf-Plantagen Platz eins: Jeweils 13 Prozent aller Funde wurden hier gemacht.

Auch in Göttingen, Northeim und Osterode wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Hanf-Plantagen von der Polizei entdeckt. Ein Auslöser für die Produktionsverlagerung ist nach Ansicht von Experten die Lage in den Niederlanden: Dort gibt es Bemühungen den Ruf als Kiffer-Königreich loszuwerden und Coffee-Shops für Touristen zu sperren. Doch das nötige Wissen und die Ausrüstung zum Anbau seien dort weiter verfügbar. (gör)

Mehr in der gedruckten Ausgabe

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.