Einigung auf Eckpunkte

Durchbruch im Atomstreit mit dem Iran

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Gruppenbild nach den erfolgreichen Atom-Verhandlungen in Lausanne (v.li.):  Der chinesische Verhandlungsführer. Hailong Wu, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, sein deutscher Kollege Frank-Walter Steinmeier, die EU-Außenbeauftragte Frederica Mogherini, Irans Außenminister Javad Zarifat, ein Vertreter Russlands, der britische Außenminister Phillip Hammond und der US-Außerminister John Kerry.

Lausanne - Nach jahrelangen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gibt es einen Durchbruch.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hätten sich mit dem Iran auf Eckpunkte für eine abschließende Vereinbarung geeinigt, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag auf Twitter mit.

Obama: Atomdeal mit Iran "historische Übereinkunft"

US-Präsident Barack Obama hat die Einigung auf Eckpunkte für ein Atomabkommen mit dem Iran als "historische Übereinkunft" gefeiert. "Es ist ein guter Deal. Ein Deal, der unsere Kernziele erfüllt", sagte Obama am Donnerstag in Washington. Der US-Präsident machte zugleich deutlich, dass die Vereinbarung nun in ein "finales, umfassendes Abkommen" umgemünzt werden müsse. "Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist." Obama erklärte, dass die Umsetzung der Atomvereinbarung nicht auf Vertrauen, sondern auf "beispiellosen" Kontrollmechanismen beruhe. "Wenn der Iran betrügt, wird die Welt es wissen", sagte er. Bei einer vollen Umsetzung werde die Einigung "unser Land, unsere Verbündeten und unsere Welt sicherer machen". Der Führung in Teheran würde "jeder Weg zum Bau einer Atombombe genommen". Selbst wenn der Iran das Abkommen verletzen würde, wäre er mindestens ein Jahr davon entfernt, ausreichend Uran für Atomwaffen anzureichern.

Kerry lobt Iran-Verhandlungen als „großen Tag“

US-Außenminister John Kerry hat die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm als „großen Tag“ gelobt. Der Iran habe nun die Rahmenbedingungen, um die wichtigsten Fragen in Bezug auf das Nuklearprogramms auszuräumen, schrieb der Chefdiplomat auf Twitter. „Bald zurück an die Arbeit über einen abschließenden Deal.“ Präsident Barack Obama hatte trotz Widerstands im Kongress immer wieder auf eine Einigung gedrungen.

Die Verhandlungen sind im zweiten Tag der Verlängerung. Eine selbst gesetzte Frist, um eine grundsätzliche Einigung in dem seit mehr als einem Jahrzehnt währenden Streit zu erreichen, war in der Nacht auf Mittwoch verstrichen. Ein umfassendes Abkommen in dem Konflikt ist bis Anfang Juli angepeilt.

Spontane Straßenfeste in Teheran nach Atom-Einigung 

Nach der Grundsatz-Einigung im Atomstreit hat es in der iranischen Hauptstadt Teheran spontane Straßenfeste gegeben. Laut Augenzeugen feierten in der Nacht zu Freitag in der ganzen Stadt Zehntausende, mit Hupkonzerten und dem Slogan „Ruhani, Sarif, wir danken Euch“. Auf die Straßen zog es hauptsächlich Jugendliche.

Aus den Lautsprechern der meisten Autos war das Lied „Happy“ des US-Musikers Pharrell Williams zu hören. Ungeachtet der strengen Sittenpolizei tanzten zahlreiche junge Männer und Frauen auf den Straßen zu dem Song und riefen den Refrain „Because I'm Happy“ gemeinsam laut heraus. Nach Angaben anderer Augenzeugen waren durch die Straßenfeste mehrere Hauptstraßen im Norden der Hauptstadt blockiert.

In den Verhandlungen wollte der Westen Garantien dafür, dass das Atomprogramm der Islamischen Republik ausschließlich friedlichen Zwecken dient. Die Regierung in Teheran hat stets bestritten, Atomwaffen anzustreben, und fordert die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen.

dpa/AFP

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