Durchmarsch der Lucke-Gegner in hessischer AfD

+
Rolf Kahnt, Albrecht Glaser und Peter Münch stehen (v.l.n.r.) sind zum neuen Landesvorstand gewählt worden. Foto: Frank Rumpenhorst

Die Alternative für Deutschland steckt tief in der Krise. In Hessen haben die Euro-Kritiker nach Personalquerelen zwar einen neuen Vorstand. Doch die Partei bleibt gespalten. Ein Signal für den Bundesparteitag im Juni?

Hofheim (dpa) - Bei Vorstandswahlen der hessischen Alternative für Deutschland (AfD) haben Gegner von Bundessprecher Bernd Lucke einen Durchmarsch hingelegt. Alle drei Sprecherämter gingen beim Landesparteitag in Hofheim am Taunus an Kritiker des als wirtschaftsliberal geltenden Parteichefs.

Zwei Wochen vor dem Bundesparteitag der zerrissenen Partei erhielten die Lucke-Gegner zudem Unterstützung vom brandenburgischen Parteichef Alexander Gauland. "Wir brauchen den liberalen Flügel, aber ohne Bernd Lucke", sagte der Bundesvize in Hofheim. Die eurokritische Partei stehe kurz vor dem Abgrund, eine Spaltung drohe. "Ich bin völlig gegen den "Weckruf"", erklärte Gauland unter dem Applaus der Mehrheit der 350 Delegierten.

Mit dem "Weckruf" versucht Lucke, den liberalen Flügel der Partei zu organisieren und seine Gegenspielerin Frauke Petry zurückzudrängen. Sie zählt wie Gauland zum nationalkonservativen Flügel der AfD. Der Machtkampf soll am 13. Juni bei einem Bundesparteitag in Kassel entschieden werden.

Luckes Unterstützer im hessischen Landesverband erlitten ihre erste Niederlage, als der Parteitag knapp mit 170 zu 169 Stimmen beschloss, bei drei gleichberechtigten Vorstandssprechern zu bleiben. Einige "Weckruf"-Unterzeichner verließen unter Protest den Parteitag. Sie hatten gehofft, ihren Vertreter Hadi Riedel als einzigen Sprecher durchzusetzen.

Bei der Vorstandswahl erzielte der frühere Frankfurter CDU-Kämmerer Albrecht Glaser das beste Ergebnis. Der Bad Homburger Rechtsanwalt Peter Münch kehrte in den Vorstand zurück, nachdem ihn das Schiedsgericht der Partei erst im März dieses Amtes enthoben hatte. Grund waren angeblich inkorrekte Angaben über seine Mitgliedschaft bei den Republikanern. Dritter Landessprecher wurde Rolf Kahnt, AfD-Kreisvorsitzender der Bergstraße. Kahnt nannte in seiner Bewerbung Luckes Verhalten parteispalterisch.

AfD Hessen

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.