Regierung sieht große Gesundheitsrisiken

E-Zigarette vor Verbot: Fragen und Antworten zum Dampfen

Berlin. Viele Jugendliche werden sich jetzt wohl ärgern, denn die elektrischen Zigaretten und Shishas sind trendy - sollen nun aber verboten werden. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten:

Das Dampfen birgt  nach Ansicht vieler Experten gesundheitliche Risiken. Die Bundesregierung will deshalb den Gebrauch durch Kinder und Jugendliche möglichst rasch verbieten. Das kündigten am Donnerstag in Berlin Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) an.

Womit begründet die Regierung das Verbot? 

„Verdampfer sind keine harmlosen Naschereien“, meinte Schmidt. Schwesig erklärte, ob mit oder ohne Nikotin, oft würden die Verdampfer als gesunde Alternative zur Zigarette gepriesen. „Sie sind aber nicht gesund.“ Denn inzwischen gebe es mehrere Studien wie die vom Bundesinstitut für Risikobewertung, die belegten, dass auch die Inhaltsstoffe von nikotinfreien Verdampfern schädlich sein können. So würden bestimmte Aromastoffe das Wachstum der Lunge beeinträchtigen oder womöglich Krebs auslösen. „Deswegen gehören sie nicht in die Hände von Kindern“, so Schwesig.

Wie funktionieren E-Zigaretten und E-Shishas eigentlich? 

Im Gegensatz zur traditionellen Zigarette machen sie nur Dampf, da brennt nichts. E-Zigaretten und E-Shishas bestehen im Wesentlichen aus einem auswechselbaren Akku, der die vom Verdampfer benötigte Energie liefert. Eine Flüssigkeit (Liquid) in einer Patrone wird dann durch Hitze zu einem feinen Nebel verdampft, der inhaliert wird. Inzwischen gibt es Liquids in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, von Mango, Gummibärchen bis zu Keks. Laut Schwesig können die süßen Aromen dazu verleiten, irgendwann auch auf herkömmliche Zigaretten umzusteigen.

Wie beliebt sind die Verdampfer? 

Nach Angaben der beiden Minister gibt es inzwischen zwei Millionen Konsumenten, jeder Dritte 12- bis 17-Jährige habe schon mal am Verdampfer oder einer Tabak-Zigarette gezogen. Fakt ist zudem: Allein die E-Zigarette ist ein enormer Wachstumsmarkt.

Nach Brancheninformationen hat sich der Umsatz in den vergangenen Jahren mehr als verzwanzigfacht. Zugleich wächst nach Angaben des Gaststättenverbandes Dehoga die Zahl von Shisha-Bars, „wenn auch regional unterschiedlich“, so ein Sprecher zu unserer Zeitung.

Warum sind E-Zigaretten und E-Shishas überhaupt noch für Minderjährige erlaubt? 

Weil es eine Lücke im Jugendschutzgesetz gibt. Dort finden sich nur klare Regelungen zum Verbot des Konsums von Tabak, die auch für normale Wasserpfeifen gelten. E-Zigaretten und E-Shishas fallen nicht darunter. Diese Lücke will die Regierung jetzt schließen. Das Verkaufsverbot an Minderjährige soll auch für Versand- und Internethandel gelten.

Was sagt der Branchenverband dazu? 

Der Verband des E-Zigarettenhandels begrüßt den Plan der Regierung. Verbandschef Dac Sprengel sagte: „Das wird auch langsam Zeit.“ Sein Verband fordere das Verbot schon seit 2011. Auch wenn nach dem Stand der Wissenschaft E-Zigaretten weniger schädlich seien als Tabak-Zigaretten, so gehörten auch sie „zu den Produkten, von denen junge Menschen noch nicht einschätzen können, wie sie wirken“.

Von Hagen Strauß

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.