Konkurrenz durch legale Streaming-Plattformen

Echte Videotheken sind schneller als das Internet

Vor kurzem auf Blu-ray und DVD erschienen: „Der große Trip“ (2014) mit Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon (Foto). In dem Film geht es um eine Frau, die sich zu Fuß fast 2000 Kilometer über die Höhenzüge des Pacific Crest Trail an der US-Westküste von Südkalifornien bis in den Norden Oregons kämpft. Foto: dpa

Kassel. Wer geht in Zeiten von Netflix und Maxdome noch in die gute alte Videothek? Kunden, die neue Filme möglichst schnell sehen wollen.

Kino gibt es dank Internet heute für jeden überall und jederzeit. Wer bei Online-Videotheken wie Netflix, iTunes und Maxdome angemeldet ist, kann sich bequem zu Hause auf dem Sofa durch das Angebot klicken, einen Film auswählen und der Kinospaß geht los.

Die gute alte Videothek leidet darunter seit vielen Jahren. Von 2009 bis 2014 hat sich die Anzahl der Videotheken in Deutschland auf 1544 fast halbiert. Trotzdem gibt es sie noch, und das wird sich laut Jörg Weinrich, Geschäftsführender Vorstand des Interessenverbandes des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (iVD), auch in Zukunft nicht ändern. Zwar ging die Zahl der ausgeliehenen DVDs und Blu-rays in den vergangenen drei Jahren in Deutschland von 85 auf 72 Millionen zurück, der Umsatz fiel um fast 15 Prozent. Jedoch haben Videotheken gegenüber Netflix und Co. einen entscheidenden Vorteil.

„Neuerscheinungen sind in Videotheken früher verfügbar als bei legalen Online-Anbietern“, sagt Weinrich. „Die Kunden gehen noch in Videotheken, weil die neuesten Filme bei zum Beispiel Maxdome oder Netflix noch gar nicht verfügbar sind.“

Das bestätigt auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest. Sie hat insgesamt neun Online-Anbieter überprüft und sie neben Bild-, Tonqualität und Nutzung auch in Sachen Angebotsumfang getestet. Das Ergebnis: Kein Urteil fiel besser als „befriedigend“ aus. Einer der Hauptkritikpunkte war das eingeschränkte Angebot.

Doch bei der Verfügbarkeit von neuen Blockbustern muss unterschieden werden: Wer ein Abo bezieht, muss meist lange warten, bis er neue Filme sehen kann, die im Preis enthalten sind. Viele Online-Videotheken bieten aber auch den Einzelabruf von Filmen an - doch dabei zahlt der Kunde meist zwischen vier und fünf Euro pro Film. So kostet zum Beispiel der am 21. Mai auf Blu-ray und DVD erschienene Film „Der große Trip“ mit Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon bei Amazon Instant Video 3,99 Euro für 48 Stunden Leihen. In Videotheken hingegen zahlt der Kunde laut iVD im Schnitt 2,62 Euro für einen Film, den er heute ausleiht und morgen zurückbringt.

„Zahlen müssen Sie überall, wenn Sie legal Filme sehen wollen“, sagt der Jörg Weinrich, Vorstand des iVD. „Außerdem schätzen die Kunden von Videotheken neben dem besseren Angebot auch die Beratung vor Ort.“

Ab wann Filme in Videotheken stehen, entscheiden die Verleihfirmen. Der Termin kann auf denselben Tag fallen, wenn die DVD oder Blu-ray in den Elektronikmärkten steht oder ein paar Tage früher sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.