Bommel an Produkten von Tom Tailor und Müller aus Echtpelz

Echtpelz statt Kunstpelz: Mützen-Bommel aus Katzenfell

Sie waren als Kunstfell deklariert, tatsächlich aber bestanden die Mützen-Bommeln aus Katzenfell: In einigen Produkten von Tom Tailor und der Drogeriemarkt-Kette Müller wurde Echtpelz verarbeitet.

Das zumindest wollen mehrere Tierschutzorganisationen, unter anderem Animals’ Liberty, durch Labortests herausgefunden haben. Der Handel mit Katzen- und Hundefellen ist seit dem 1. Januar 2009 jedoch EU-weit verboten.

Laut dem Unternehmen Tom Tailor ein Einzelfall, der bedauert wird: „Die Verarbeitung von Echtpelz ist grundsätzlich untersagt.“ Entgegen den internen Regeln sei das bei der Frauen-Mütze aus der Winterkollektion von Tom Tailor Denim nicht beachtet worden, der Artikel sei mit Bekanntgabe des Ergebnisses aus dem Sortiment genommen worden. Selbstverständlich könne die Mütze zurückgegeben werden, die Kunden „erhalten den Kaufpreis erstattet“.

Auch Müller hat die betroffenen Mützen aus dem Sortiment genommen und sich bei seinen Kunden entschuldigt: „Wir können euch versichern, dass wir euch keinesfalls bewusst täuschen wollten“, ist auf der Facebook-Seite des Drogeriemarktes zu lesen.

Wie in ihrer Produktionskette dennoch etwas schief laufen konnte, untersucht das Unternehmen nun selbst: „Tom Tailor geht dem von Animals‘ Liberty veröffentlichten Laborbefund, demzufolge es sich um Katzenfell handeln soll, derzeit mit einer eigenen Untersuchung nach.“ Bis das Ergebnis vorliege, werde sich das Unternehmen zur Herkunft des beanstandeten Echtpelzes nicht äußern. Auch Müller lässt die Mützen nun noch einmal untersuchen.

Laut den Tierschutzorganisationen kommen die Katzen aus China. Dort sollen sie, ebenso wie Hunde, unter grausamen Bedingungen für Pelze gezüchtet und getötet werden. Um das zu unterbinden, haben sich verschiedene Tierschutzorganisationen für ein EU-weites Import- und Handelsverbot von so genannten Haustierfellen, also von Hunden und Katzen, eingesetzt - mit Erfolg. Es gilt seit Beginn 2009.

Nach eigenen Angaben hält sich auch Tom Tailor daran. Das Unternehmen betont, dass es „alles tun wird, um die konsequente Einhaltung rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien zu gewährleisten.“

Von Constanze Wüstefeld

Rubriklistenbild: © dpa

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