EEG-Umlage: Warum die Kosten der Verbraucher steigen

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Immer mehr Strom aus Erneuerbare Energien wird ins deutsche Stromnetz eingespeist. Der Nachteil: Die EEG-Umlage steigt und damit auch der Strompreis.

Die Energiewende wird teuer. Das Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energien (EEG) wirkt sich jetzt auf die Verbraucher aus: Die sogenannte EEG-Umlage steigt 2013 deutlich an – und damit auch die Strompreise.

Ob Windparkbetreiber oder Privathaushalt mit Solarzellen auf dem Dach: Wer Strom aus erneuerbaren Energien produziert und ins Netz einspeist, wird durch die Ökostrom-Umlage gefördert. Die Kosten zahlen die Verbraucher. Das schreibt das Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG) durch die Ökostromumlage fest. Dadurch soll der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasserkraft, Sonne, Erdwärme oder Biomasse steigen.

Ziel der Regierung ist es, dass bis 2020 insgesamt 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Derzeit sind es 25 Prozent. Verbraucherportale stellen nähere Informationen zur EEG-Umlage im Internet kostenlos zur Verfügung.

Mehrkosten durch EEG-Umlage

Im kommenden Jahr wird die sogenannte EEG-Umlage um etwa 50 Prozent angehoben. Pro Kilowattstunde müssen Stromkunden dann statt wie bisher 3,59 Cent nun zusätzlich 5,27 Cent zum Strompreis für den Ausbau der regenerativen Energien zahlen. Das bedeutet: Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden steigen die Zusatzkosten beim Strompreis von durchschnittlich 125 auf knapp 185 Euro.

Grund für die Erhöhung: der Erfolg der Energiewende. Im Jahr 2012 wurden so viele Photovoltaik-Anlagen und Windräder aufgebaut wie nie zuvor. Jeder Betreiber einer Ökostrom-Anlage hat laut EEG-Gesetz 20 Jahre Anspruch auf einen festen Preis für den Strom, den er produziert. Die Differenz zum Marktpreis wird über die EEG-Umlage auf die Stromrechnung der Verbraucher aufgeschlagen.

Laut einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien halten 51 Prozent der Deutschen die Rekordsumme der EEG-Umlage für zu hoch. Die bisherige Umlage von 3,59 Cent je Kilowattstunde wurde von rund drei Viertel der Befragten noch als akzeptabel bewertet.

Warum die EEG-Umlage umstritten ist

Politiker diskutieren derzeit darüber, ob die EEG-Umlage den Verbrauchern noch zugemutet werden kann. Denn die Kosten steigen, nicht nur weil die erneuerbaren Energien so erfolgreich sind, sondern aus zwei weiteren Gründen:

Zum einen zahlen nicht alle Verbraucher gleich viel für die Energiewende. Besonders energieintensive Industrieunternehmen sind von der EEG-Umlage weitgehend befreit. Damit soll ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährdet werden, so die Begründung der Politik. Die milliardenschweren Ausnahmen gehen allerdings auf Kosten der Normalverbraucher.

Zum anderen gibt es einen paradoxen Effekt: Der Marktpreis an der Leipziger Strombörse ist im vergangen Jahr um bis zu 20 Prozent gefallen, unter anderem weil der Solarstrom die Preise zu Spitzenzeiten am Mittag drückt. Doch was für die Stromkunden erfreulich klingt, hat eine potenziell fatale Nebenwirkung: Besonders für neu geplante Gaskraftwerke, die als flexible Ergänzung zum schwankenden Ökostrom gebraucht werden, wäre der Strompreis der Zukunft viel zu niedrig. Investoren können nicht damit rechnen, ihre Kosten jemals zu decken, und halten sich zurück. Die Folge: Strom müsste teuer aus dem Ausland gekauft werden. Die Kosten dafür würden die Verbraucher tragen.

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