Haarige Gefahr für Mensch und Baum

Eichenprozessionsspinner hat sich weiter ausgebreitet

Braunschweig. Die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners haben sich in zwölf Bundesländern stark ausgebreitet - darunter Niedersachsen. Dabei dürfte das verspätete Frühjahr in diesem Jahr kaum Abhilfe schaffen.

„Ein langer Winter wie dieser hat die in den vergangenen Jahren erheblich angewachsene Population kaum schädigen können“, sagte eine Sprecherin des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig. Die Tiere könnten zur Not bis zu zwei Jahre auf bessere Bedingungen warten. In Niedersachsen ist vor allem der Osten betroffen. Der Landkreis Lüneburg will befallene Bäume auch mit Hubschraubern besprühen. In Lüchow-Dannenberg sollen die Tiere vom Boden aus bekämpft werden. In zwei Wochen soll begonnen werden.

Hintergrund: Der Eichenprozessionsspinner und sein Gift

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schädigen Bäume und können auch für den Menschen gefährlich werden. Ihre feinen Härchen lösen Atembeschwerden, Juckreiz und Entzündungen aus. Auch Schwindel und Fieber kann das Nesselgift Thaumetopoein verursachen, in Ausnahmefällen droht sogar ein lebensgefährlicher allergischer Schock.

Nachts ziehen die Raupen aus ihren Nestern in Eichen in langen wohlgeordneten Kolonnen auf Nahrungssuche, daher hat der unscheinbare kleine Nachtfalter seinen Namen. In den vergangenen Jahren hat sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter ausbreiten können. Experten machen dafür die gestiegenen Temperaturen vor allem in den Frühlingsmonaten verantwortlich.

Die Larve des Schmetterlings schlüpft in der Regel ab Ende April. Die feinen Härchen werden nach der zweiten Häutung giftig und können vom Wind weit verteilt werden. Auch nach Jahren behalten sie ihre Wirkung. Deshalb raten die Behörden, befallene Gebiete zu meiden.

Sind nur einzelne Bäume betroffen, können die Tiere von Experten abgesaugt werden. Bei massenhaftem Auftreten etwa auf großen Waldflächen werden Insektizide versprüht. Naturschützer kritisieren, dass dabei auch andere Tiere getötet oder geschädigt werden können. (dpa)

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