Bibel, Lyrik und Motorrad: Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wird heute 50 Jahre alt

Die eigenen Schwächen nicht vergessen

Feiert heute Geburtstag: Landesbischof Ralf Meister. Foto:  dpa

Hannover. Für den hannoverschen Landesbischof Ralf Meister ist Niedersachsen das Land, in dem Honig fließt. Seit seinem Amtsantritt vor einem knappen Jahr ist er fast täglich zwischen Harz, Heide und Nordsee unterwegs. Begeistert erzählt der gebürtige Hamburger, der am heutigen 5. Januar 50 Jahre alt wird, von den Gesprächen mit Menschen in Stadt und Land: „Und ich bekomme als Gastgeschenke so viel Honig, dass wir keine Marmelade mehr kaufen.“

Was hat sich für den Theologen, der zuvor Generalsuperintendent in Berlin war, am stärksten verändert? „Es ist ein ganz anderes Leben“, sagt der Vater von drei Kindern. Dabei sei die Arbeitsbelastung nicht viel größer als in der Hauptstadt. Neu sind die Erwartungen, die an den Landesbischof der größten evangelischen Kirche in Deutschland gestellt werden. „Die Herausforderung für mich ist, die Erwartungen von außen und meine eigenen in ein gutes Verhältnis zu bringen.“ Er seufzt leise. „Ich möchte die Themen nicht nur an der Oberfläche kennen, sondern so, dass ich damit auch argumentieren kann.“ Doch das braucht Zeit, und die ist oft viel zu knapp.

In Pressekonferenzen zögert der Theologe schon mal, bis er eine Antwort gibt. Er schließt dann kurz die Augen und denkt nach. Das macht die Journalisten sichtbar nervös. Dass Meister sich die Freiheit nimmt, manche tagespolitischen Themen überhaupt nicht zu kommentieren, ist auch eine Art Selbstschutz: „Ich möchte mich sehr davor bewahren, dass ich irgendwann meine eigenen Unzulänglichkeiten nicht mehr wahrnehme.“

Zu dieser eher feingeistigen Seite des leidenschaftlichen Motorradfahrers gehört auch seine Liebe zu Musik, Literatur und Film. Er gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von Bachs h-Moll-Messe spricht. In seinen Predigten arbeitet er viel mit Bildern. Dabei helfen ihm Anleihen bei einer Gedichtzeile, einer Filmszene, gern auch bei einer TV-Serie.

Dass Neuanfänge ihre Ecken und Kanten haben, nimmt Meister gelassen hin: „Ich habe ja ein gewisses Alter, so dass mich solch ein Schritt nicht aus dem Leben wuchtet.“ Im Gegenteil, in der Bischofskanzlei am hannoverschen Maschsee fühlt er sich mit seiner Familie wohl und genießt vor allem die vielen neuen Begegnungen: „Das ist total schön.“ (epd)

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