Statistiken der OECD

Kommentar zur Vermögensverteilung: "Eigentum verpflichtet"

+
Daniel Göbel über Ungleichheit in der Vermögensverteilung

Zahlen lügen nicht: Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland geht immer weiter auseinander. Das zeigen aktuelle Zahlen der OECD. Dabei gibt es politische Mittel dagegen. Ein Kommentar von unserem Redakteur Daniel Göbel.

Lesen Sie auch:

Interview mit Wirtschaftsexperten: „Vermögen sind ungleich verteilt“

Französischer Star-Ökonom Thomas Piketty: Die Reichen hängen den Rest ab

Die Armen bleiben arm, die Reichen werden reicher - noch vor wenigen Jahren wurde diese Parole als linkspopulistische Realitätsverkennung abgetan. Uns geht es doch gut, wer von Haus aus schlechte Startbedingungen hat, dem stehen alle Türenoffen, was zählt, sei der Wille - und die Bereitschaft, sich mit harter Arbeit nach oben zu kämpfen.

Dass dies nicht so ist, zeigen OECD-Studien schwarz auf weiß. In Deutschland ist die Chancenungleichheit nach Meinung führender Ökonomen besonders deutlich zu spüren. Gewiss, neu ist die Erkenntnis nicht, dass es in Deutschland starke Unterschiede etwa im Zugang zum Bildungssystem gibt. Erschreckend ist jedoch, wie weit diese Schere in kurzer Zeit auseinandergegangen ist, besonders, was die Vermögen betrifft.

Davon scheinen die Deutschen, so OECD-Studien, genügend zu haben - es konzentriert sich aber in den Händen weniger Familien. Die vielen aber, die nicht das Privileg haben, in einem vermögenden Elternhaus groß zu werden, denen nützt dies herzlich wenig.

Eine Steuerpolitik, die Vermögende besonders schützt, indem sie Erbschaften so gut wie nicht besteuert oder eine Vermögensabgabe nicht einmal in Betracht zieht, verschärft diese Ungleichheit noch - und zerstört einen zentralen Grundsatz unserer sozialen Marktwirtschaft. Danach wird Privateigentum zwar garantiert, ihm aber auch eine Sozialpflichtigkeit auferlegt.

E-Mail an den Autor: dag@hna.de

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.