Kommentar zur Deutschen Bank: Eine Sparte wie jede

Rainer Neske

Der langjährige Privatkundenchef der Deutschen Bank, Rainer Neske, gibt nach übereinstimmenden Medienberichten aus Frust über die neue Strategie des Konzerns seinen Posten auf. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Der Vorstand für das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank geht. Die Entscheidung von Rainer Neske gehört in die Reihe von Ereignissen, mit denen deutlich wird, dass die Deutsche Bank, das Geschäft mit den Privatkunden - der Masse der kleinen Kunden - nicht liebt. Bestenfalls taugen sie zu einer Zweckbeziehung. Neske, ein Verfechter der Universalbank, hat nun die Reißleine gezogen. Die Entscheidung der Co-Vorstände Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die Postbank abzustoßen, dürfte seinen Entschluss befördert haben.

Das Privatkundengeschäft ist für die Deutsche Bank nur eine Sparte unter vielen, deren offensichtlicher Zweck darin besteht, die letzten deutschen Wurzeln zu pflegen und ansonsten den Rest der Bank zu stützen - durch Kundeneinlagen und stabile Einnahmen. Die Oma, die ihr Erspartes zur Deutschen Bank trägt, der Angestellte, der ein bisschen in Aktien investiert und sein Häuschen über die Bank finanziert - solche Kunden will die Deutsche Bank im Grunde ihres Herzens nicht mehr. Sie sind mühsam, brauchen für die Betreuung viel Personal, werfen aber kaum Profit ab.

Für einige Jahre schien es, als würden die Deutsch-Banker das Geschäft mit Kleinkrediten und Altersvorsorge ernst nehmen. Nun ist klar, Privatkunden kauft man und verkauft man auch wieder. Sie sind eine Sparte wie jede andere und der Umgang mit ihnen eine Laune des Vorstandes.

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