Einmal bezahlt, doppelt abgebucht: Panne bei EC-Kartenzahlung vor Ostern

Kassel/Bad Vilbel. Das neue Hemd im Modegeschäft, 50 Liter Sprit an der Tankstelle, einmal den Kühlschrank für die Feiertage gefüllt - wer sich so oder so ähnlich vergangene Woche für Ostern gerüstet, mit EC-Karte und PIN bezahlt hat, der sollte seine Kontoauszüge kontrollieren.

Bei Kunden deutscher Geldinstitute ist Geld am 23. März doppelt abgebucht worden. Es seien auf Seiten der Händler wohl nur Sparkassen-Konten betroffen, hieß es aus Bankenkreisen, bei den Bezahlern allerdings auch Kunden andere Geldinstitute.

Was zuviel vom Konto geholt wurde, soll schleunigst wieder ausgeglichen werden, per Gutschrift und automatisch. Das versicherte die Helaba, Zentralbank der Sparkassen in Hessen, Thüringen, NRW und Brandenburg.

Kaum Details 

Mit Details zum vorösterlichen Patzer sind die Beteiligten extrem zurückhaltend. So viel war gestern klar: Schuld an den Doppelabbuchungen ist offenbar eine Computerpanne irgendwo zwischen der Helaba und dem Dienstleister TeleCash in Bad Vilbel nördlich von Frankfurt.

TeleCash, eine einstige Telekom-Tochter, gehört seit 2003 zum US-Konzern First Data. Sie betreibt das Netz hinter den Karten-Terminals in den Geschäften - 250.000 Terminals laut TeleCash im ganzen Land. Es geht um mehr als 1,7 Milliarden Transaktionen jährlich und einen Händlerumsatz von 53 Milliarden Euro (2014).

Bei der Helaba im benachbarten Frankfurt wiederum laufen die Bezahldaten der Terminals ein. Die Helaba löst als so genannter Clearer damit Abbuchungen im ganzen Bundesgebiet aus - also nicht nur in Hessen, Thüringen, NRW und Brandenburg. Insider der Geldbranche verorten die aktuelle Panne in der Datenverarbeitung der Sparkassen-Zentralbanker.

Doppelt abgebucht wurde offenbar bundesweit. Fragen nach der Gesamtzahl betroffener Kunden und Geldinstitute, nach Summen gar, beantwortete TeleCash trotz Anfrage unserer Zeitung nicht. Auch die Helaba nannte weder Zahlen noch Verantwortliche für den peinlichen Fehlgriff kurz vor Ostern.

Stattdessen entschuldigte sich die Helaba in einer 17-Zeilen-Meldung. Alle Kreditinstitute seien informiert, hieß es dort. „In den nächsten Tagen wird das Konto der betroffenen Kunden durch eine automatische Korrekturbuchung um den fehlerhaft gebuchten Betrag entlastet.“

Karten bleiben gültig 

Kunden, Geldhäuser und Handel müssten nicht weiter tätig werden, beruhigte die Helaba. EC-Karten, über die doppelt abgebucht wurde, seien „weiterhin ohne Einschränkungen für Einkäufe“ zu gebrauchen. Die Helaba verrät immerhin soviel: Der Durchschnittsbetrag der Doppelbuchungen dürfte bei rund 70 Euro legen.

Bis zum Freitag, so eine Sprecherin in Frankfurt, solle alles wieder in Ordnung sein. „Dieser Vorgang wird transparent auf dem Kontoauszug ausgewiesen werden“, versprach der Bundesverband Deutscher Banken am Mittwochnachmittag.

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