Er lässt sich von Pegida nicht entmutigen

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert: Einsatz für weltoffenes Dresden

Startete Kampagne „Herz statt Hetze“: Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (44). Foto: dpa

Er engagiert sich für ein weltoffenes und tolerantes Dresden, möchte es zu einer Vorzeigestadt der Integration machen. Auch wenn die Bilder, die in diesen Tagen aus der sächsischen Landeshauptstadt kommen, durch die Aufmärsche der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung eine andere Sprache sprechen, lässt sich der Dresdener Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nicht entmutigen.

Der 44-Jährige hat die Kampagne „Herz statt Hetze“ ins Leben gerufen und unterstützt den Verein „Dresden place-to-be“, der Prominente im Netz Botschaften für ein weltoffenes Dresden formulieren lässt. Er selbst zeigt sich dort mit einem Schild, auf dem steht: „Ich bin Dresdener! Ich gehe nicht zu Pegida.“

Als die Islamfeinde am vergangenen Montag mit einem Großaufmarsch ihr einjähriges Bestehen begingen, war Hilbert in Urlaub. Vorwürfe, er drücke sich damit vor seiner Verantwortung, lässt er nicht stehen. Gemeinsam mit den Fraktionschefs von CDU, SPD, Linken und Grünen verfasste er eine Erklärung mit dem Satz: „Über 534 000 Dresdener lassen sich nicht auf sechs Buchstaben reduzieren.“ Gemeint ist Pegida.

Der Liberale steht seit Juli an der Spitze der zwölftgrößten Stadt Deutschlands. Die Amtsgeschäfte führte er aber bereits seit März, weil seine Amtsvorgängerin Helma Orosz (CDU) schwer erkrankt war und den Posten aufgab. Zu seiner Wahl trat er nicht für die FDP an, sondern als überparteilicher Kandidat, der vom Verein „Unabhängige Bürger für Dresden“ vorgeschlagen wurde. Unschönes Detail am Rande: Er wurde im zweiten Wahlgang auch von der Kandidatin von Pegida, Tatjana Festerling, unterstützt, weil diese Rot-Rot-Grün verhindern wollte.

Hilbert ist gelernter Elektronikfacharbeiter, später studierte er Wirtschaftsingenieurwesen. Verständnis für andere Kulturen ist ihm ein Herzensanliegen, auch privat. Seine Ehefrau Su Yeon, mit der er einen Sohn hat, kommt aus Korea.

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