Literaturnobelpreisträger teilt aus

"Einschläfernd": Grass ätzt gegen Merkel

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Günter Grass

Berlin - Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat den Auftritt von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück beim Fernsehduell gelobt. Kanzlerin Angela Merkel kam nicht so gut weg.

„Wir brauchen einen Kanzler mit intellektuellen Qualitäten. Jemand, der einschläfert, den haben wir schon“, sagte Grass am Montag in Berlin mit einem Seitenhieb auf Merkel. Steinbrück habe „präzise, druckreif, wohlüberlegt gesprochen“.

Grass, der sich bei einer Buchvorstellung über die 150-jährige Geschichte der SPD äußerte, bewertet Steinbrücks Absage an eine große Koalition positiv. „Wir kennen die Möglichkeiten einer großen Koalition - und vieles, was dagegen spricht.“ Zwar hätten die großen Koalition von 1968 und 2005 mehr geleistet, als er erwartet habe. Daraus dürfe aber kein Dauerzustand werden. „Auch die CDU braucht gelegentlich (...) die Möglichkeit, die Chance, sich als Oppositionspartei zu erneuern.“

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Scharf ging Grass mit der Linkspartei und ihrer nach seinen Worten „absurden“ Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Nato ins Gericht. Damit könne die Linke - selbst bei einer rechnerisch linken Mehrheit am 22. September und bei allem Reformbedarf der Nato - für die Sozialdemokraten kein Koalitionspartner sein. Es zeuge von „ungeheurer Arroganz“, wenn Linken-Fraktionschef Gregor Gysi davon spreche, die SPD dazu bringen zu wollen, „wieder eine echte sozialdemokratische Partei zu werden“. Der Linkspartei als indirekter Nachfolgerin der SED stünde Demut gut zu Gesicht. Fazit von Grass: „Es geht nur Rot-Grün.“

dpa

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