Einschulung: SPD will fächendeckend flexible Eingangsstufe

Heike Habermann

Wiesbaden. Die hessische SPD hat bei ihren schulpolitischen Reformen auch die Grundschule im Blick. Sie plant, den Grundschulen im Lande die flexible Eingangsstufe mit zwei Einschulungsterminen, im Februar und im August, zu verordnen, so die Schulexpertin der Fraktion, Heike Habermann.

Anders als bei den Ganztags- und Gemeinschaftsschulen, zu denen sich die Schulen auf freiwilliger Basis konzeptionell entwickeln könnten, „wollen wir die flexible Eingangsstufe flächendeckend einführen“, so Habermann.

Nicht ganz neu in Hessen

Neu in Hessen ist das nicht. Die flexible Eingangsstufe, die es Grundschülern erlaubt, die ersten beiden Schuljahre in jahrgangsübergreifendem Unterricht in ein, zwei oder drei Jahren zu absolvieren, gab es schon unter Rot-Grün in den neunziger Jahren als Modell. Seit 2005 erlaubt das Schulgesetz den Grundschulen den Regelbetrieb. Allerdings ist eine Ausweitung der Zahl von derzeit 120 Eingangsstufen bei 1175 Grundschulen laut Schulgesetz nicht vorgesehen.

 Heike Habermann

Auch können Schulen schon jetzt zweimal im Jahr - am 1. Februar und am 1. August - einschulen, wenn entsprechende personelle Ressourcen zur Verfügung stehen. Davon machen allerdings nur sehr wenige Schulen Gebrauch, so das Kultusministerium. Dort ist man laut Sprecher Christian Henkes davon überzeugt, „dass nur Freiwilligkeit zum Erfolg führt“.

Der Leiter der Grundschule in Simmershausen (Landkreis Kassel), Achim Kessemeier, ist seit Jahren ein Fan der flexiblen Eingangsstufe. Die Arbeit in Gruppen mit Kindern verschiedenen Alters und unterschiedlichem Lerntempo erfordert ein hohes pädagogisches Engagement“, so Kessemeier. Es fördere die Teamarbeit auch im Kollegium und die Selbstständigkeit der Kinder beim Lernen. „Ein zweiter Einschulungstermin war uns aber erst einmal zu viel.“ Aus pädagogischer Sicht hält er ein individuelles Lerntempo jedoch für hervorragend. „Allen Wahlkämpfern sei gesagt, dass man dafür aber auch ausreichend Ressourcen braucht.“ Derzeit werden seine Lehrkräfte zwei Wochenstunden von einer Sozialpädagogin unterstützt.

Eine gute Ausstattung der Schulen, Stellen für Sozialpädagogen und kleine Gruppen von maximal 22 Kindern seien im SPD-Konzept für die Grundschule vorgesehen, so Heike Habermann. Über Fortbildung, so hofft die SPD-Politikerin, könne man im Übrigen alle Grundschulkollegien für die flexible Eingangsstufe begeistern.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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