Antragsteller mehr als verdoppelt

Teilzeitarbeit aber Betreuung: Elterngeld Plus wird immer beliebter

Die Zahl der Mütter und Väter, die in Teilzeit arbeiten und Elterngeld Plus beziehen, steigt. Für immer mehr Eltern ist das ein beliebtes Modell geworden.

Seit Einführung der Leistung 2015 hat sich die Zahl der Antragsteller auf 28 Prozent mehr als verdoppelt, wie es in einem am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Bericht von Familienministerin Katarina Barley heißt. Sie bezeichnete das Elterngeld Plus als "vollen Erfolg".

Das Mitte 2015 eingeführte Elterngeld Plus wurde anfangs von 13,8 Prozent der Mütter und Väter genutzt. Bis zum dritten Quartal 2017 stieg die Zahl der Bezieher laut Familienministerium dann auf 28 Prozent. Besonders beliebt war die Leistung in Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bremen. In einer Befragung im Auftrag des Ministeriums nannten mehr als drei Viertel der Nutzer das Elterngeld Plus eine "gute Sache".

Besonders beliebt in Hamburg, Berlin und Brandenburg

Mit dem Elterngeld Plus können Mütter und Väter, die in Teilzeit in ihren Job zurückkehren, 24 Monate lang Elterngeld beziehen, allerdings halbieren sich die monatlichen Ansprüche. Darüber hinaus können Eltern den sogenannten Partnerschaftsbonus beantragen, wenn sie gleichzeitig vier Monate lang in Teilzeit arbeiten.

Durchschnittlich 27,2 Prozent der Väter, die Elterngeld Plus erhalten, entschieden sich laut dem Bericht im dritten Quartal 2017 auch für den Partnerschaftsbonus. Besonders beliebt war diese Leistung in Hamburg, Berlin und Brandenburg. Insgesamt liegt die Zahl der Elterngeld-Plus-Bezieher, die auch den Partnerschaftsbonus wählten, aber nur bei 5,6 Prozent.

Mehr Zeit und Flexibilität bei der Gestaltung des Familienlebens

Das Elterngeld Plus habe dazu geführt, dass "Frauen wieder stärker in den Beruf einsteigen können und dass sich Väter mehr Zeit für ihre Kinder nehmen", sagte Barley in Berlin. Mit der Leistung erfülle sich für Eltern der Wunsch danach, sich die Kinderbetreuung gleichmäßig aufzuteilen. Auch in Zukunft komme es darauf an, Müttern und verstärkt Vätern Zeit für Familie und Beruf und eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zu geben.

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Für die Unionsfraktion im Bundestag erklärte die stellvertretende Vorsitzende Nadine Schön (CDU), es sei gelungen, Eltern mehr Zeit und Flexibilität bei der Gestaltung ihres Familienlebens zu geben. Der familienpolitische Sprecher der Fraktion, Marcus Weinberg (CDU), betonte, insbesondere auch Väter profitierten durch die Inanspruchnahme von Elterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus davon, mehr Zeit mit dem Kind verbringen zu können.

Höchstsatz: 1800 Euro im Monat

"Wir haben die richtigen Anreize gesetzt, statt starrer Vorgaben", zeigte sich auch Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union der CDU, zufrieden.

Das Basiselterngeld wird grundsätzlich auf Antrag für zwölf Monate nach der Geburt gewährt. Durch zwei zusätzliche Partnermonate kann es auf 14 Monate ausgeweitet werden. Es beträgt etwa 67 Prozent des Netto-Einkommens des antragstellenden Elternteils in den vor der Geburt liegenden zwölf Kalendermonaten, ist aber auf maximal 1800 Euro im Monat begrenzt. Die Kosten trägt der Bund.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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