Gericht will um 13.15 Uhr Zwischenfazit ziehen

Tag der Entscheidung: Endet heute bereits der Wulff-Prozess?

Ex-Bundespräsident Christinan Wulff Foto: dpa

Hannover. 20.000 Euro zahlen oder einen Prozess mit ungewissem Ausgang riskieren? Ex-Bundespräsident Christian Wulff ging auf Risiko. Seit November steht er wegen Vorteilsannahme vor Gericht. Heute zieht das Landgericht Hannover um 13.15 Uhr ein Zwischenfazit.

In diesem Bericht will sich das Gericht zum bisherigen Prozessverlauf äußern und einen Ausblick auf das weitere Verfahren geben. Könnte dies womöglich schon das vorzeitige Ende des Prozesses sein?

Der Portsdamer Strafrechtler Prof. Uwe Hellmann wagte im Vorfeld bereits einen Ausblick. Nach seiner Auffassung gibt es „nach wie vor die Möglichkeit, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen. Das Angebot ist auch noch in der Hauptverhandlung möglich, darauf wird sich der Ex-Bundespräsident aber nicht einlassen.“ Zumal es nicht mehr die Möglichkeit gebe, das Verfahren mangels hinreichenden Tatverdachts einzustellen. Wenn das Gericht nicht von der Schuld eines Täters überzeugt sei, muss ein Freispruch erfolgen. Hellmanns Prognose: „Wenn die Zeugenaussagen in dieser Form weitergehen, spricht sehr viel für einen Freispruch.“

Zwar kommt es heute - vor dem Fazit - noch zu einer Zeugenvernehmung, aber ein Ass im Ärmel der Staatsanwaltschalt vermutet Hellmann nicht: „Deutsche Staatsanwaltschaften agieren nicht, wie wir amerikanische Staatsanwälte aus dem Kino kennen. Wenn es einen Zeugen gibt, der eindeutige Aussagen machen könnte, die den Vorwurf gegen Herrn Wulff belegen, dann würde der nicht zum Ende eines Prozesses abgefragt, sondern am Anfang. Und wer als erster und letzter Zeuge vernommen wird, bestimmt das Gericht, nicht die Staatsanwaltschaft.“

Man darf gespannt sein, wie das Fazit des Gerichts heute ausfallen wird - derzeit ist wirklich alles offen. (dpa/mwe)

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