Energiegipfel schafft Grundlagen für Ausbau der Erneuerbaren in Hessen

Wiesbaden. In Hessen sollen Strom und Wärme im Jahr 2050 möglichst aus 100 Prozent erneuerbaren Energien gewonnen werden. Darauf haben sich die Teilnehmer des von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im April einberufenen Energiegipfels geeinigt.

Sie kommen aus der Politik, der Wirtschaft und den Verbänden. Um das Ziel zu erreichen, sollen neben der Förderung der Biomasse zwei Prozent der Landesfläche als Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Keine Einigung konnte in der Frage erzielt werden, ob Kommunen sich im Energiebereich wirtschaftlich betätigen dürfen. Die Wirtschaft war strikt dagegen, die Kommunen, die Opposition, der DGB und der BUND dafür.

Der Kompromissvorschlag von CDU und FDP, wirtschaftliche Betätigung unter bestimmten Einschränkungen zu erlauben, wurde daher mit ablehnenden Protokollnotizen beider Seiten versehen. Abgelehnt haben die Oppositionsfraktionen auch den Neubau von Kohlekraftwerken. Fossile Energien würden zwar als Brückentechnologien noch gebraucht, Gaskraftwerke seien jedoch flexibler. Neben der Energieerzeugung soll aber auch die Energieeinsparung und die Effizienz durch Gebäudesanierungen und technische Innovationen vorangebracht werden, darin waren sich alle einig.

Bouffier sagte, die Regierung wolle in den nächsten sechs Jahren 160 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um landeseigene Liegenschaften energetisch zu sanieren. Ferner sprach sich der Gipfel für eine frühzeitige Bürgerbeteiligung bei größeren Projekten aus, um die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung zu erhöhen. Am Ende verweigerte nur die Linke die Zustimmung. Fraktionschefin Janine Wissler betonte aber, vieles in dem Papier sei richtig.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Wasserkraft: Sie spielt in Hessen nur eine geringe Rolle und auch ihr Potenzial, das bereits zu 80 Prozent ausgeschöft ist, wird nur mit 0,5 Terrawatt pro Jahr angegeben. Der Gipfel empfiehlt die Modernisierung bestehender Anlagen. Ebenfalls gering ist das Potenzial der Geothermie. Die oberflächennahe Geothermie soll ausgebaut werden. (wet)

Kohlekraft: Umstritten ist die Kohle als Übergangstechnologie. Zwar will niemand bestehende Kraftwerke abschalten, doch Neubauten wie den geplanten Staudinger Block 6 von E.on lehnen viele Gipfelteilnehmer ab. Sie erwarten ohnehin, dass sich das Milliardenprojekt für E.on nicht rentieren wird, und das Unternehmen deshalb auf den Bau verzichtet. (wet)

Sonnenenergie: Um ihren Ausbau zu fördern, soll es ein Solardachkataster geben. Die öffentliche Hand soll zudem mit gutem Beispiel vorangehen bei der Bereitstellung von Photovoltaik-Flächen. Geprüft wird, ob in der Bauordnung die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie zur Wärmeerzeugung für die Planung von Industrieanlagen verankert wird. (wet)

Windenergie: Auf zwei Prozent der Landesfläche (Vorrangflächen) können laut Fraunhofer IWES bis zu 28 Terrawattstunden Strom im Jahr erzeugt werden. Dazu wären neben den 700 bestehenden Anlagen weitere 1500 nötig. Entwickelt sich die Technik weiter, können es auch weniger werden. Hessen verbraucht derzeit rund 40 Terrawattstunden im Jahr. (wet)

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