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Strom und Gas sollen günstiger werden: Wirtschaft will Senkung der Mehrwertsteuer

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Von: Constantin Hoppe

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Ein Ende des Preisanstiegs bei Gas und Strom ist nicht in Sicht. Die Energiewirtschaft will deshalb eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas erreichen.

Berlin – Die durch den Ukraine-Krieg und die reduzierten Gaslieferungen aus Russland verursachte Energiekrise hat zu explodierenden Preisen bei Gas und Strom geführt. Eine riesige Belastung für Bürgerinnen und Bürger wie auch Unternehmen. Um die Bürger nun direkt zu entlasten, schlägt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas vor.

Der BDEW fordert in einem Positionspapier die Senkung der Mehrwertsteuer auf den Gas- und Strompreis von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent. Erfolgen sollte die Senkung ab dem 1. Januar 2023 für zunächst mindestens 2 Jahre.

Energiewirtschaft will Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas

Seit Juli konnte die Regierung durch die Streichung der EEG-Umlage bereits eine Dämpfung des Preisanstiegs herbeiführen, erklärte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Doch weiter ansteigende Beschaffungskosten machen nun aus Sicht des BDEW weitere Schritte notwendig. Deshalb spricht sich der Verband für die Absenkung der Mehrwertsteuer aus.

Gaszähler
Mit der Gas-Umlage kommen auf Verbraucher deutlich höhere Kosten zu – ein Verzicht auf die Mehrwertsteuer bei der Umlage hätte aber nur geringe Auswirkungen, so der BDEW. (Symbolbild) © IMAGO/Rene Traut

Der Vorschlag von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), eine Entlastung der Bürger durch einen Verzicht auf die Mehrwertsteuer bei der Gas-Umlage zu erreichen, stößt beim BDEW auf verhaltene Kritik: „Die Streichung der Mehrwertsteuer ausschließlich auf die Gas-Umlage wäre jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Bei einem Einfamilienhaus läge die Entlastung bei 92 Euro pro Jahr, bei einer Wohnung im Mehrfamilienhaus bei 61 Euro pro Jahr“, erklärte Andreae.

Energiewirtschaft: Absenkung der Mehrwertsteuer würde Bürger entlasten

Die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes von 19 Prozent auf sieben Prozent hätte eine stärkere Wirkung und wäre damit eine Entlastung aller Haushalte, so Andreae. Nach Berechnungen des BDEW würde eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf sieben Prozent auf Gas bei einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr eine Entlastung zwischen 356 Euro und 516 Euro bedeuten.

Bei einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und einem Verbrauch von 13.333 kWh wäre die Entlastung pro Jahr zwischen 237 Euro und 344 Euro. Beim Strompreis würde eine Senkung der Mehrwertsteuer für einen Haushalt mit einem Jahresstromverbrau.ch von 3500 kWh eine Entlastung in Höhe von gut 130 Euro pro Jahr bedeuten.

Zugleich appellierte der BDEW an Gasverbraucher, beim Gassparen nicht nachzulassen. „Um gut durch den Winter zu kommen, ist es wichtig, den Gasverbrauch weiter zu senken“, so Andreae. (con mit dpa)

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