Fragen und Antworten

Energiewende bringt Probleme

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Strom aus Windkraft: Bis 2020 soll 35 Prozent des Stroms in Deutschland aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden.

Die Energiewende ist in Deutschland ein heiß diskutiertes Thema. Seit dem Jahr 2000 setzt die Bundesrepublik mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) verstärkt darauf, Strom aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Ziele verfolgt das EEG?

Das EEG brachte 2000 die Rot-Grüne Bundesregierung auf den Weg. Das Ziel ist es, im Sinne des Klima- und Umweltschutzes den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung deutlich zu erhöhen. Durch Subventionen wurde im Bereich der Technologien der Erneuerbaren Energien eine Marktführerschaft angestrebt.

Wer Strom aus Erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solarenergie erzeugt, wird gefördert. Die Anbieter erhalten eine Mindestvergütung pro Kilowattstunde. Diese ist für eine Laufzeit von 20 Jahren staatlich garantiert. Die Novellierung des EEG von 2011 setzte die Ziele fest, dass bis 2020 35 Prozent der Stromversorgung grün sein soll – bis spätestens zum Jahr 2050 80 Prozent. Im Jahr 2012 lag der Anteil bei 22,9 Prozent.

Welches Problem für den Strompreis resultiert aus dem EEG?

Das Problem für den Strompreis ist die festgesetzte Vergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien. Die Netzbetreiber müssen den Strom zum gesetzlich festgelegten Preis von den Erzeugern kaufen. Dieser ist allerdings höher als der Preis, den sie auf dem freien Strommarkt an der Börse erhalten. Die EEG-Umlage gleicht die Differenz aus. Die Verbraucher bezahlen die EEG-Kosten über den Haushalts-Strompreis mit. Je mehr Ökostrom die Erzeuger in die Netze einspeisen, desto billiger wird der Strompreis an der Börse. Dadurch steigt allerdings die EEG-Umlage, da die Differenz zwischen dem Preis auf dem freien Markt und dem Ökostrom größer wird. Zudem müssen die Verbraucher für die energieintensive Unternehmen mitbezahlen, die von der Umlage befreit sind.

War die Steigerung der Umlage geplant?

„Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen; heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde.“ Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Juni 2011 im Bundestag. Derzeit beträgt sie allerdings 5,3 Prozent. Für 2014 droht sie, auf sechs bis 6,5 Cent zu steigen.

Welche Probleme gibt es im Bereich der Windkraft?

In Deutschland wird mittlerweile viel Strom durch Windenergie erzeugt. Allerdings gibt es ein Standort-Problem. So wird der meiste Strom im Norden produziert. Die größten Stromverbraucher sitzen aber in den Industriezentren im Süden und Westen. Da zu viel Strom produziert wird, müssen Windräder ab und zu abgeschaltet werden. Um den Strom in die Zentren zu befördern, werden neue Stromleitungen benötigt. Die Kosten dafür werden die Netzbetreiber auf die Verbraucher umlegen.

Wie ist die Akzeptanz in der Bevölkerung?

!Die Mehrzahl der Deutschen befürwortet die Energiewende. Allerdings gibt es vielerorts Widerstand gegen den Bau von Windrädern und Stromleitungen in der Nachbarschaft. Bürgerinitiativen setzen sich dafür ein, dass die Landschaft nicht verschandelt wird. Es drohen viele Klagen.

Wie groß ist die Gefahr von Versorgungsengpässen?

Seit dem Bundestagsvotum für einen Atomausstieg bis 2022 im Juli 2011 wurden in Deutschland acht Meiler vom Netz genommen. Trotz der schwankenden Wind- und Solarstromeinspeisungen gab es keine Engpässe. Sorgen bereiten der Industrie aber schon kurzzeitige Schwankungen. Zum Härtetest, ob der Atomausstieg im vereinbarten Zeitplan ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit machbar ist, wird das Jahr 2015. Dann soll das bayerische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz gehen. Bis dahin muss aber die Thüringer Strombrücke zum Abtransport von Windstrom aus dem Osten fertig sein. Sonst kann Strom im Süden fehlen.

Deutschland erzeugt aktuell Rekordmengen an Strom. Allerdings wird der Strompreis nicht billiger, sondern steigt sogar. (mit dpa)

Von Manuel Kopp

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