Zehntausende auf der Straße

Energiewende-Demos in deutschen Städten

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Ein Protestzug zur Energiewende in Potsdam.

München - Zehntausende haben am Samstag in Städten in ganz Deutschland unter dem Motto für die konsequente Weiterführung der Energiewende demonstriert.

Zehntausende Menschen haben am Samstag in mehreren deutschen Städten gegen ein Ausbremsen der Energiewende demonstriert. Wie die Veranstalter am Nachmittag mitteilten, gingen in den Landeshauptstädten Düsseldorf, Hannover, Kiel, Potsdam, München, Mainz und Wiesbaden insgesamt 30.000 Menschen auf die Straße. Sie forderten einen schnelleren Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken und stellten sich gegen Einschränkungen bei der Förderung dieser erneuerbaren Energiequellen.

Die Demonstrationen wurden organisiert von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Kampagnen-Netzwerk campact, den NaturFreunden Deutschlands und zahlreichen regionalen Trägern. Auch Grüne, Linke und Piratenpartei unterstützten die Kundgebungen.

Grünen-Vorsitzende: "Beherzt ausbauen statt bremsen"

Grünen-Chefin Simone Peter forderte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nicht länger "über die Köpfe der Menschen, die sich heute zu tausenden an den Großdemonstrationen in sieben deutschen Städten beteiligten", hinweg zu entscheiden und die Energiewende auszubremsen. Deutschland müsse vielmehr auch auf europäischer Ebene Vorreiter in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz sein. Die erneuerbaren Energien müsse Deutschland "beherzt ausbauen statt zu bremsen", forderte Peter.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte in einer Rede bei einer Demonstration in Wiesbaden die Länder-Ministerpräsidenten auf, ein "Abwürgen der Energiewende" auf jeden Fall zu verhindern und Versuche der Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren einzuschränken, "klar und deutlich zurückzuweisen".

Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt drängte vor etwa 8000 Demonstranten in Hannover auf einen Atomausstieg noch vor dem angepeilten Termin im Jahr 2022. Wer behaupte, die Energiewende sei zu teuer, wolle "doch nur weiter seinen Reibach mit schmutzigen Kraftwerken machen" und verschweige die Kosten "von Klimakatastrophe und Atommüll-Desaster".

5000 gegen Seehofers Stromtrassen-Blockade

Bei Kundgebungen in Düsseldorf und Potsdam riefen Redner die jeweiligen Landesregierungen auf, aus der Kohleförderung auszusteigen. Sie schade den Menschen vor Ort, verhindere mehr Klimaschutz und den Umstieg auf erneuerbare Energien. In München forderten nach Angaben der Organisatoren 5000 Protestierende Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf, den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien nicht weiter zu behindern. Seehofer sperrt sich gegen den geplanten Bau von Stromtrassen durch Bayern.

Auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) kritisierte Gabriels Plan, die Förderung von Windkraft künftig zu deckeln. Die damit verbundene Investitionsunsicherheit schrecke gerade kleine Anleger von einer Beteiligung ab und mache "die Energiewende kaputt", sagte Habeck am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Die Bundesregierung plant Anfang April einen Energiegipfel mit den Länderministern, bei dem über die schwierige EEG-Reform diskutiert werden soll.

AFP

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