Enkeltrick: Immer mehr Niedersachsen werden Opfer

Hannover/Göttingen. Senioren werden um ihr Erspartes geprellt,  oftmals leichtsinnig werden Fremde in die Wohnung gelassen oder Geld an Unbekannte ausgezahlt: Die Zahl der registrierten Betrügereien mit dem sogenannten Enkeltrick hat in Niedersachsen stark zugenommen.

Ganoven spielen mit der Vertrauensseligkeit ihrer Opfer. Trickbetrüger verschaffen sich unter windigem Vorwand Zutritt in Wohnungen, geben sich am Telefon als Angehörige aus oder betrügen Menschen beim Hütchenspiel oder durch Taschendiebstahl. Die Täter stehlen bundesweit mehrere Millionen Euro im Jahr von ihren arglosen und unvorsichtigen Opfern.

In Niedersachsen wurden 2012 allein durch den sogenannten Enkeltrick in 458 registrierten Fällen rund 476 725 Euro ergaunert. Im Jahr zuvor waren es nach Angaben des Landeskriminalamtes 264 Fälle mit einem Schaden von 283 000 Euro. Der Fahnder raten: „Lassen Sie niemals Fremde in ihre Wohnung“ und: „Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.“

Die Maschen der Kriminellen sind dabei oftmals die gleichen. Sie geben sich zusammen mit Komplizen als Beamte, Handwerker, Mitarbeiter von Gas- oder Stromanbietern oder als Hilfsbedürftige aus. Während ein Ganove die Hausbewohner ablenkt, sucht der andere nach Geld und Wertgegenständen. Die Betrüger gehen von Haustür zu Haustür, bis sie ein Opfer gefunden haben.

Beim Enkeltrick schwindeln die Ganoven ihren Opfern vor, ein naher Angehöriger zu sein, der dringend Geld brauche, das ein Bote abholen werde. In Stade ergaunerten Kriminelle so im Januar 40 000 Euro von einem älteren Ehepaar. Bei Schockanrufen gaukeln die Betrüger zum Beispiel einen Unfall eines nahen Angehörigen vor, der nun tausende Euro für Krankenhauskosten brauche. Die Opfer bei diesen Maschen sind meist Senioren.

„Die Senioren werden ausgesucht über das Telefonbuch, Vornamen und über bestimmte Wohngebiete“, sagte der Sachbearbeiter für Prävention bei der Polizei in Braunschweig, Peter Voiß. Es handele sich um organisierte Kriminalität. „200 Anrufe muss so ein Täter tätigen, bevor er dann ein Opfer hat.“ Die seien oftmals demenzkrank.

Voiß rät: „Niemanden reinlassen, der sich nicht angemeldet hat. Man sollte auch nicht jedem immer gleich die Tür aufreißen.“ Manche Senioren seien zu vertrauensselig, man müsse immer einen gewissen Argwohn haben. Wichtig sei, auch bei einem Betrug oder auch nur bei einem Versuch immer gleich die 110 anzurufen. „Die Scham sollte man dann weglassen.“ Die Polizei sollte sofort alarmiert werden, nur so könnte die Öffentlichkeit gleich gewarnt werden vor den kriminellen Machenschaft der skrupellosen Betrüger.

Auch auf der Straße ist Vorsicht geboten. Ob beim Geldabheben, beim Einkauf oder beim Restaurantbesuch können Taschendiebe lauern. In der Vergangenheit haben immer wieder auch Hütchenspieler ihre „Kunden“ abgezockt. (lni)

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