Vorfall in Kolumbien

Entführter Deutscher kommt aus dem Odenwald

Höchst/Odenwald. Einer der beiden in Kolumbien entführten Deutschen kommt aus dem südhessischen Odenwald. Der 72-Jährige sei ein alteingesessener Bürger des Höchster Ortsteils Mümling-Grumbach.

Das bestätigte Bürgermeister Horst Bitsch am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Der Mann sei mit seinem 69-jährigen Bruder aus München auf einer Weltreise unterwegs gewesen.

Die Nationale Befreiungsarmee (ELN) hat die beiden entführt. Die Rebellen gaben im Internet bekannt, dass sie die Männer schon vor Wochen in der Umgebung von Catatumbo im ölreichen Nordosten des Landes gekidnappt hätten. Das Auswärtige Amt in Berlin hat bisher keine Angaben zur Identität der Entführten gemacht.

Der 72-Jährige habe um den 20. Dezember herum nach Deutschland zurückkehren wollen, berichtete der Höchster Bürgermeister weiter. Als er sich nicht mehr meldete, habe seine Frau ihn nach Weihnachten als vermisst gemeldet. Der Kontakt der Familie zum Globetrotter sei jedoch schon Wochen vorher abgebrochen.

Die linksradikale Guerilla betrachtet die Gefangenen als Spione. Ein von der kolumbianischen Zeitschrift "Semana" am Donnerstag veröffentlichtes Video zeigt die beiden Rentner beim improvisierten Mittagessen an einer kolumbianischen Bergstraße. Von Kolumbien aus wollten sie - wie sie in dem Video selbst sagen - mit ihrem Toyota Diesel Land Cruiser aus nach Venezuela und anschließend durch Mittelamerika in die USA. Dann war die Rückreise geplant. (dp)

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