Erbstreit: "Bierkönig"-Witwe gewinnt erneut vor Gericht

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Bruno H. Schubert und seine letzte Ehefrau Meharit.

Frankfurt. Die junge Witwe des Frankfurter „Bierkönigs“ Bruno H. Schubert ist Alleinerbin ihres Mannes. Auch in zweiter Instanz gewann die 29-Jährige im Rechtsstreit mit der von Schubert gegründeten Umweltstiftung.

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Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt wies am Freitag die Berufung der Stiftung zurück. Die Stiftung hat noch nicht entschieden, ob sie dagegen Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe einlegt. Weder die Witwe noch Vertreter der Stiftung erschienen vor Gericht zur Urteilsverkündung. Schon das Landgericht hatte Meharit Schubert im vergangenen September zur einzigen Erbin des früheren Eigentümers der Henninger-Brauerei erklärt. Der Frankfurter Ehrenbürger Schubert war im Herbst 2010 im Alter von 90 Jahren gestorben. Ob überhaupt etwas zu erben ist, steht nicht fest.

Über den Nachlass wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Forderungen von rund 16 Millionen Euro werden erhoben, unter anderem vom Finanzamt für nicht gezahlte Steuern. Schubert hatte 1979 die Henninger-Brauerei verkauft. Es ist nicht bekannt, wie viel von dem Erlös übrig ist. Mehrere Millionen Euro werden in Liechtenstein und in der Schweiz vermutet, gefunden sind sie aber noch nicht. Bei der Staatsanwaltschaft läuft ein Todesermittlungsverfahren. Darin soll geklärt werden, ob Schubert vor seinem Tod ausreichend versorgt wurde.

Anfang Mai wurde der Leichnam exhumiert, um Gewebeproben zu entnehmen. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. Das Verfahren, das sich nicht gegen eine bestimmte Person richtet, hat aber nichts mit dem Erbstreit zu tun. In dem Disput vor Gericht ging es um die Frage, ob Schubert einen mit seiner ersten Ehefrau Inge geschlossenen Erbvertrag wirksam widerrufen hatte. Die Eheleute hatten ursprünglich die Stiftung als Alleinerbin eingesetzt.

Inge Schubert war Anfang 2009 gestorben. Kuratoriumsvorsitzender Manfred Niekisch sagte, der Vorstand werde im Interesse der Stiftung handeln. Falls es noch Geldvermögen gebe, sei zu befürchten, dass die Bedienung der Schulden es auffresse. Die Stiftung sei davon völlig unberührt. „Ich bin glücklich, dass sie in sich steht“, sagte Niekisch. Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung einen mit 100 000 ausgestatteten Umweltpreis. (dpa)

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