Wintershall: Erdölförderung inmitten der Weinberge

Kassel. Wintershall investiert 50 Millionen Euro in Süddeutschland, um Felder auszubauen und Altfelder zu beleben.

Der Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall baut die Erdölförderung in Süddeutschland aus und investiert in den kommenden fünf Jahren rund 50 Millionen Euro. Mit der Summe sollen der bayerische Standort Aitingen bei Augsburg weiterentwickelt, eine Wiedererschließung der Altfelder Mönchsrot sowie Hauerz in Baden-Württemberg geprüft und die Erdölförderung im Unterallgäu getestet werden. Außerdem soll der Standort Landau in Rheinland-Pfalz gestärkt werden.

„Erdöl aus Süddeutschland hat eine hohe Qualität. Damit lohnt sich die heimische Förderung hier doppelt“, sagte Andreas Scheck, Leiter von Wintershall Deutschland (siehe Hintergrund).

• Aitingen: Seit 1979 fördert Wintershall in der Region Aitingen Rohöl - pro Jahr fördert Wintershall vor Ort 35 000 Tonnen Erdöl. Damit ist der Standort der mit Abstand größte Ölförderbetrieb im Alpenvorland. Geplant ist mindestens eine Neubohrung im kommenden Jahr. Darüber hinaus plant Winterhall, die stillgelegten Ölfelder in Bedernau und Lauben wieder zu entwickeln. In den kommenden Monaten soll getestet werden, ob eine Wiederaufnahme der Erdölförderung wirtschaftlich ist.

• Mönchsrot und Hauerz: Wintershall prüft, ob sich eine Wiedererschließung der alten Erdölfelder lohnt. Vor 20 Jahren hatte Wintershall die letzten Pferdekopfpumpen abgebaut.

Von 1958 bis 1995 hat der Konzern insgesamt 1,7 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Seinerzeit war die Förderung nicht wirtschaftlich, nun soll „an die Tradition angeknüpft werden“, sagte Scheck.

• Landau: In der Südpfalz fördert Wintershall seit 60 Jahren inmitten der Weinberge Erdöl. Dieser Standort soll gestärkt werden. Insgesamt fördert Wintershall in Landau jährlich 20 000 Tonnen Erdöl.

Dabei geht es nicht nur um die Energieversorgung, sondern „wir können mit der heimischen Förderung das Know-how entwickeln, mit dem wir Zugang zu den globalen Quellen von Öl und Gas erhalten.“ Dennoch gebe es in der Erdöl- und Erdgasförderung einen Investitionsstau - in der Branche insgesamt eine Milliarde Euro. Die Diskussion um den Einsatz von Hydraulic Fracturing (Fracking) bei der Schiefergasgewinnung bremse die traditionelle Förderung, so Scheck. Um den Stau aufzulösen, brauche es verlässliche Rahmenbedingungen.

Die Bundesregierung will in den nächsten Wochen mit Gesetzesentwürfe die Weichen für die heimische Erdöl- und Erdgasförderung stellen.

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