Analyse: Sieben Gründe, warum Volkswagen so erfolgreich ist

Wolfsburg. Rekorde bei Umsatz, Absatz und Ertrag – nahtlos hat Europas größter Autokonzern VW seine Erfolgsserie 2011 fortgesetzt. Doch warum ist Volkswagen so erfolgreich?

1. Hohe Auslastung: Viele Werke in Deutschland arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Die Vier-Tage-Woche der VW-Beschäftigten ist seit Jahren Geschichte. Gearbeitet wird generell an fünf Tagen in der Woche. Doch an manchen Standorten reicht dies nicht – Beispiel Werk Kassel in Baunatal. Die Getriebefertigung arbeitet mit Vier-Schicht-Mannschaften an sechs Tagen der Woche, in Teilbereichen sogar an sieben Tagen in der Woche.

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2. Nachfrage: Die Auslieferungen sind um 14,7 Prozent auf 8,3 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Die Nachfrage legt nah, dass Qualität und Produkte stimmen. In der ADAC-Pannenstatistik finden sich die Fahrzeuge fast immer unter den besten zehn. Qualität und Produkt sind bei VW Chefsache. 2012 ist die Nachfrage ungewiss: Zwar legen die Wachstumsmärkte Osteuropa, Nord- und Südamerika zu, aber niemand weiß, wie sie sich im hochverschuldeten Europa entwickeln werden.

3. Die Person Martin Winterkorn (64): Er studierte Metallkunde und Metallphysik in Stuttgart, arbeitete im Forschungsbereich der Robert Bosch GmbH, wechselte in die Qualitätssicherung zu Audi, leitete bei VW die Konzern-Qualitätssicherung. Als Mitglied des Konzernvorstands war er zuständig für den Bereich Forschung und Entwicklung. Sein Vertrag läuft bis Ende 2016. Doch wer folgt? Mögliche Anwärter: Karl-Thomas Neumann (50), einst Conti-Vorstand, nun der China-Chef des Hauses oder Porsche-Chef Matthias Müller (58).

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4. Stellhebel Kosten: Aus einem gemeinsamen Baukasten (MQB) sollen sich 40 Modelle des Konzerns bedienen. Mittel- und langfristig bringt MQB Einsparungen, durch den Einmalaufwand und in der Produktion. Winterkorn: „So reduziert sich allein die Fertigungszeit um rund 30 Prozent.“ Das biete Möglichkeiten, die Kapazitäten im Produktionsverbund optimal auszunutzen. Zudem sollen die Energiekosten um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. In Baunatal, könnte so ein zweistelliger Millionenbetrag gespart werden.

5. Personalpolitik: Bei VW starten Nachwuchskräfte oft im Tandem. Dabei bilden ein erfahrener Manager und eine Nachwuchskraft für ein Jahr ein Team. Danach sollte die Person fit sein für den Alleingang. Motivierend sind die hohen Bonus-Zahlungen nicht nur für Vorstände, sondern auch für Mitarbeiter. Sie bekommen 7500 Euro.

6. Auch Aktionäre werden stets gut bedacht. In diesem Jahr schlägt der Vorstand vor, den Stammaktionären drei (2,20) Euro je Aktie und den Vorzugsaktionären 3,06 (2,26) Euro zu zahlen.

7. Die Stolpersteine fallen angesichts der positiven Nachrichten gering aus: Porsche ist aufgrund der juristischen Hürden nicht integriert. Winterkorn versicherte aber: „Der integrierte Konzern von VW und Porsche wird kommen.“ Wie ließ er offen.

Von Martina Wewetzer

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