Neuer Streit um Beamtenpensionen programmiert

Erhöhung beschlossen: Ostrenten steigen stärker als Westrenten

Berlin. Die Renten steigen in diesem Jahr im Osten deutlich stärker als im Westen: Für die rund vier Millionen Ost-Rentner um 3,29 Prozent, für die etwa 16 Millionen Ruheständler im Westen um 0,25 Prozent. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Inzwischen bahnt sich jedoch neuer Streit an: Nach einem Bericht der BILD-Zeitung sind die Beamtenpensionen in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 15 Prozent gestiegen, während die Rentner sich mit 8,5 Prozent (West) beziehungsweise 9,7 Prozent (Ost) zufrieden geben mussten.

Während VdK-Präsidentin Ulrike Mascher die Ungleichbehandlung kritisierte, bezeichnete der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, den Beitrag des Blattes als „Ansammlung boulevardesker Halbwahrheiten“. Der von Bild zitierte Anstieg beruhe überwiegend darauf, dass der relative Anteil von Beamten der höheren Besoldungsgruppen im Ruhestand ansteige.

Doch das ist nicht alles: Laut einer Studie des Bremer Sozialexperten Jochen Steffen sind die Renten seit Einführung der Riester-Rente 2002 zu stark gekürzt worden. Der Grund: Der sogenannte Riester-Faktor wirkt sich rentendämpfend aus, da die Nettolöhne durch die private Vorsorge sinken. Das ist laut Steffen aber nur Theorie: Tatsächlich hätten längst nicht alle Arbeitnehmer Riesterverträge abgeschlossen. Und wer einen Vertrag habe, zahle weniger ein als kalkuliert. Steffens Rechnung: Die Renten seien heute um 5,08 Prozent niedriger als ohne Riester-Faktor. (wet/dpa)

Hintergrund

Zum 1. Juli erhöht sich damit eine Monatsrente von 800 Euro im Westen um 2 Euro, im Osten um 26,32 Euro. Bei einer Rente von 1200 Euro beträgt der Aufschlag 3 beziehungsweise 39,48 Euro. Das Rentenniveau im Osten klettert mit der Erhöhung von bislang 88,8 auf nun 91,5 Prozent des West-Wertes. (dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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