Ungeklärter Cäsium-Fund in Asse könnte Straftat sein

Wolfenbüttel. Radioaktives Cäsium 137 gibt es neben Strontium, Plutonium und anderem Strahlengift im maroden Atommüllbergwerk Asse bei Wolfenbüttel mehr als vielen lieb ist. Dass nun Cäsium aber auch in einer Toilette untertage gemessen wurde, hat das LKA in die Asse einrücken lassen.

Gesundheitsgefährdend sei das, was man im Fäkalientank eines Asse-Klos gemessen habe nicht, beteuern die Betreiber. Der Fall riecht aber nach Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Und da ermittelt das LKA - wie immer, wenn es um den Strafgesetzbuch-Paragraphen 328, also unerlaubten Umgang mit radioaktiven oder anderen gefährlichen Stoffen geht. „Wie kam das Cäsium in den Toilettentank und durch wen?“ - diese Fragen versuche man für die Staatsanwaltschaft Braunschweig zu klären, sagte LKA-Sprecher Frank Federau auf Anfrage.

Vielleicht aus einem Laugensumpf geschöpft, in dem sich radioaktive Austritte der Atommüllfässer tief unten im Berg sammeln, und dann ins Klo gekippt? Von einem kürzlich beendeten Auslaugversuch im Berg abgezweigt, der testen sollte, wie Beton auf radioaktiv belastete Lauge reagiert? Zu Spekulationen äußert sich das LKA nicht.

Mysteriös und ebenfalls ein Fall für die Polizei sind Manipulationen an Feuerlöschern im Atommüllbergwerk: Gut 400 davon habe man über die Anlage verteilt, sagte Betriebsführer Harald Hegemann unserer Zeitung. Abgedrehte Schläuche und gelockerte Armaturen habe man bei Routinekontrollen im Herbst und dann wieder im Februar entdeckt - „und nicht nur an einzelnen Löschern“.

Man gehe von einem Innentäter aus, der - aus dem eigenen Team oder von Auftragsfirmen - sich frei im Bergwerk bewegen könne. Nachdenklich mache das alles schon: „Der mögliche Täter gefährdet sich ja auch selbst.“

Von Wolfgang Riek

Rubriklistenbild: © dapd

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