Gewerkschaft: Lückenlos aufklären

Ermittlungen gegen Frankfurter Polizisten wegen Gewaltvorwürfen

Wiesbaden. Nach den Gewaltvorwürfen an die Adresse von Frankfurter Polizisten mehren sich die Rufe nach Aufklärung. Auch die Gewerkschaft der Polizei fordert das. Das mutmaßliche Opfer wurde unterdessen von einer Fahrkartenkontrolleurin angezeigt - wegen Beleidigung.

Der mutmaßliche Übergriff von vier Frankfurter Polizisten auf einen Deutsch-Äthiopier muss nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) lückenlos aufgeklärt werden. „Sollte ein Fehlverhalten der eingesetzten Polizistinnen und Polizisten festgestellt werden, haben sie sich entsprechend zu verantworten“, heißt es in einer Mitteilung der GdP Hessen vom Freitag in Wiesbaden. Das könne bis zur Entlassung aus dem Dienst gehen. Etwa 1100 Menschen hatten am Donnerstagabend in der Bankenstadt gegen Rassismus demonstriert.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Polizisten wegen Körperverletzung im Amt. Sie sollen den 41-Jährigen am 17. Oktober nach einer Fahrkartenkontrolle in einer Frankfurter U-Bahn-Station schwer verprügelt haben, weil er sich zur Überprüfung seiner Daten nicht fesseln lassen wollte. Der Mann soll zwar einen gültigen Fahrausweis, aber keinen Personalausweis bei sich gehabt haben und nach den Schlägen drei Tage mit einer schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus gelegen haben.

Eine Kontrolleurin habe den Mann zudem wegen Beleidigung angezeigt, berichtete die Staatsanwaltschaft am Freitag. Er soll die Frau als „Nazi“ bezeichnet und von „Zuständen wie 1942“ gesprochen haben.

Die Gewerkschaft der Polizei betonte am Freitag, „in der Polizei ist kein Platz für Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit“ und wehrte sich gegen pauschale Verurteilungen. Die Polizei werde als Arbeitgeber für Menschen mit Migrationshintergrund immer attraktiver. „Das ist ein Beleg dafür, dass die Polizei keine Organisation mit rassistischem Hintergrund ist.“(dpa)

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