Pferdefleisch verarbeitet?

Ermittlungen gegen niedersächsisches Fleischunternehmen

Oldenburg. Während im Pferdefleischskandal Labore unter Hochdruck Proben nehmen, suchen Lebensmittelunternehmen im Norden in ihrer Lieferkette nach dem Fleischpfuscher.

Im Fall des vom Lebensmittelriesen Nestlé als Lieferant von Fleisch mit Pferdanteil angewiesenen niedersächsischen Fleischunternehmen Schypke ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Es bestehe der Verdacht, dass in dem Unternehmen im Oldenburger Münsterland Pferdefleisch verarbeitet worden ist, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Dies könne ein Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz darstellen.

"Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen, wir produzieren weiter", sagte Schypke-Vertriebschef Manfred Diekmann der dpa. Das Unternehmen tue alles in seinen Kräften stehende, um in der Lieferkette die Verantwortlichen für falsch deklarierte Ware zu ermitteln. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, sei der Berieb am Montag durchsucht worden und es seien Proben genommen worden. Ergebnisse ständen noch aus.

Der Bremer Lebensmittelüberwachungsdienst kontrollierte unterdessen den Bremerhavener Hersteller Copack, der nach Hinweisen seiner Kunden Aldi und Lidl in seinen Produkten bei Kontrollen Pferdefleischanteile entdeckt hatte. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass Copack etwas anzulasten ist, das Unternehmen ist eher Opfer als Täter", sagte ein Sprecher des Gesundheitssenats. Vor Ort seien Lieferpapiere durchgegangen worden, um die Herkunft der falsch deklarierten Ware zu ergründen. Außerdem seien eigene Proben genommen worden, Ergebnisse liegen noch nicht vor.

"Gegenwärtig sind dem Senat in Bremen keine Betrugsfälle durch ortsansässige Betriebe bekannt, bei denen Pferdefleisch in Lebensmittelprodukten enthalten war", sagte Gesundheitssenator Hermann Schulte-Sasse (parteilos) in der Fragestunde der Bürgerschaft am Mittwoch. Eine lückenlose staatliche Kontrolle aller Lebensmittelproduzenten sei völlig illusorisch ist. "Unser deutsches System beruht auch darauf, dass die Hauptverantwortung für das Inverkehrbringen guter Produkte bei den Herstellern selber liegt. Wir kontrollieren die Qualität der Selbstkontrolle."

Die von niedersächsischen Behörden bereits in der vergangenen Woche veranlassten Untersuchungen von Fertiggerichten mit Hackfleisch hatten unterdessen am Mittwoch noch nicht zu Ergebnissen geführt. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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