Erste Opfernamen bekannt - Obama besucht Botschaft

Oslo/Washington - Die norwegische Polizei hat am Dienstag damit begonnen, die Namen von Opfern der Terroranschläge vom Freitag zu veröffentlichen. Außerdem befürchten die Behörden einen Selbstmord des Attentäters.

Sie nannte zunächst vier Namen. Die anderen Namen der insgesamt mindestens 76 Toten will sie nach und nach freigeben, sobald sie identifiziert und die Angehörigen unterrichtet sind.

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Drei der nun erstmals genannten Opfer waren bei der Explosion im Osloer Regierungsviertel ums Leben gekommen. Es handelte sich um zwei Frauen im Alter von 61 und 56 Jahren sowie um einen 32 Jahre alten Mann. Ebenfalls genannt wurde der Name eines 23 Jahre alten Mannes, der bei dem Massaker auf der Insel Utøya von dem Attentäter Anders Behring Breivik getötet worden war. In Norwegen ist nach größeren Katastrophen die Veröffentlichung von Namenslisten der Opfer üblich.

Am vergangenen Freitag starben mindestens 68 fast ausschließlich jugendliche Opfer auf Utøya und 8 im Osloer Regierungsviertel. Im Tyrifjord, in dem Utøya liegt, suchen mehr als 30 Spezialisten weiter nach vier oder fünf Vermissten.

Polizei befürchtet Selbstmord von Attentäter

Die norwegische Polizei befürchtet einen Selbstmordversuch des inhaftierten Attentäters Anders Behring Breivik. Der 32-Jährige sei deshalb im Gefängnis unter “permanenter Beobachtung“, sagte der Osloer Kriposprecher Pål Hjort Kraby am Dienstag im Fernsehsender TV2. Breivik hatte am Freitag bei zwei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya mindestens 76 Menschen getötet.

Kraby sagte dem Sender: “Der Inhaftierte wird mit Blick auf einen möglichen Selbstmord kontinuierlich überwacht.“ Der Polizeisprecher wollte nicht angeben, in welchem Gefängnis der rechtsradikale Attentäter nach Verhängung von acht Wochen Untersuchungshaft am Montag gebracht worden ist.

Der Haftrichter bestimmte dabei auch, dass Breivik die ersten vier Wochen in völliger Isolation zubringen muss. Ihm ist ausschließlich Kontakt mit seinem Anwalt Geir Lippestad und der Polizei erlaubt. Auch der Zugang zu Medien ist ihm verboten.

Obama besucht norwegische Botschaft in Washington

US-Präsident Barack Obama hat am Dienstag der Botschaft des Königreichs in Washington einen Kondolenzbesuch abgestattet. Obama brach am Mittag (Ortszeit) zu einem unangekündigten Besuch dorthin auf. In der vergangenen Woche hatte der US-Präsident erklärt, die Vorfälle in Oslo zeigten, dass sich die internationale Gemeinschaft um ein Ende des Terrorismus bemühen müsse.

dpa/dapd

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