Pro & Kontra: Plastiktüten-Verbot in der EU?

Brüssel. 500 Plastiktüten verbraucht ein EU-Bürger pro Jahr. Nun will die EU-Kommission der Kunststofftüte den Kampf ansagen. Von höherer Besteuerung bis zu einem Verbot wird vieles erwogen. Sollte sie verboten werden? Ein Pro und Kontra unserer Redaktion.

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Pro: Pure Bequemlichkeit

Tatjana Braun, Onlineredakteurin (tat@hna.de)

Man mag von der EU, ihrer Kommission und der ab und an um sich greifenden Regelungswut halten, was man will: Der Vorstoß, Plastiktüten zu verbieten, ist endlich mal ein sinnvoller.

Im Schnitt verbraucht jeder EU-Bürger jährlich 500 Plastiksäcke - und wirft sie meist nach kurzer Zeit weg. Nicht nur, dass so riesige Müllberge entstehen. Bis sie verrottet, dauert es Jahrzehnte und für die Produktion werden Millionen Liter Erdöl benötigt – eine Belastung für die Umwelt sondergleichen und ein Luxus, den sich die Welt einfach nicht mehr leisten kann.

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Abseits der EU haben das längst viele Länder begriffen: Bangladesch etwa begründet das Verbot damit, dass die Kunststofftüten Abwasserkanäle blockieren und zu Flutkatastrophen beitragen. Ruanda und andere afrikanische Länder finden, die in der Gegend herumliegenden Tragehilfen stören das Pflanzenwachstum und verstopfen die Mägen von Rindvieh. Und in China sind dünne Tütchen verboten, weil der geringe Nutzwert in keinem Verhältnis zur Umweltbelastung stehe.

Und seien wir ehrlich: Wirklich schmerzen würde ein solches Verbot nicht. Meistens ist es nur Bequemlichkeit, die uns an der Supermarktkasse zum Kunststoffbeutel greifen lässt. Einfach mal an die Stofftasche denken. (tat)

Kontra: Nur eine Lachnummer

Horst Seidenfaden, Chefredakteur (hos@hna.de)

Die Regelungswut der EU kennt keine Grenzen: Die Eingriffe in das Leben der Bürger werden immer vehementer - es scheint, als würden die Bürokraten in Brüssel aus Ermangelung anderer Tätigkeitsfelder das Leben der Bürger systematisch nach den Dingen abgrasen, die noch nicht mit EU-Verordnungen einem Leinenzwang unterworfen sind.

Nun will man den Menschen schon vorschreiben, in welchen Behältnissen sie ihren Einkauf transportieren - was für ein bodenloser Unsinn! Schließlich erfüllen Plastiktüten nur dann keinen Sinn, wenn sie von ihren Nutzern achtlos, bevorzugt in Naherholungsgebieten, entsorgt werden. Natürlich benötigt man zur Herstellung und zur systematischen Entsorgung Energie - aber macht es Sinn, in einem solchen nebensächlichen Bereich so rigide einzugreifen?

Die EU-Kommissare werden vor dem Hintergrund der großen Krisen, die sie nicht bewältigen, zunehmend zu Lachnummern. Ihnen wird es angesichts ihres Salärs egal sein, ob sie als visionäre Politiker oder als Clowns vergütet werden. (hos)

Rubriklistenbild: © dpa

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