Presseschau

„Es ist vorbei, Baerbock“: Kritik in Medien an Kanzlerkandidatin der Grünen wächst

Annalena Baerbocks Chancen Kanzlerin zu werden schwinden weiter. Die Kritik an der Grünen-Kandidatin wird nach den Plagiatsvorwürfen immer lauter.

Berlin - Die Debatte um Annalena Baerbock wird durch weitere Plagiatsvorwürfe angeheizt. Das Image der Kanzlerkandidatin der Grünen ist schwer angekratzt. Die Grünen vermuten eine Kampagne, doch die Kritik der Medien wird immer größer.

„Es ist vorbei, Baerbock“, schreibt taz-Autorin Silke Mertins in einem Kommentar. Und weiter: „Wenn Baerbock also etwas am Klima und der Zukunft der kommenden Generationen liegt, dann sollte sie ihre Kandidatur so schnell wie möglich an Habeck abgeben. Sieht sie es nicht ein, dann liegt es jetzt bei den einflussreichen Parteigranden ihr klarzumachen: Es ist vorbei, Annalena! Vielleicht wäre sie eine gute Kanzlerin geworden, doch dafür müsste sie zuerst ein hohes Ergebnis für ihre Partei erreichen. Sie kann diese Wahlen nicht mehr gewinnen, dazu ist ihre Glaubwürdigkeit zu stark beschädigt.“

taz bezeichnet Annalena Baerbock als „zu unreif“

Mertins Fazit ist vernichtend: „Für Baerbock ist diese Kandidatur zu früh gekommen, sie ist zu jung, zu unerfahren und politisch zu unreif. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas schiefgeht, ist überproportional groß. Und es ist ein gefundenes Fressen für jene, die Frauen ohnehin weniger zutrauen. Mit ihrer Selbstüberschätzung hat Baerbock dem Feminismus einen Bärendienst erwiesen.“

Plagiatsvorwürfe haben Annalena Baerbocks Image schwer beschädigt. Zahlreiche Medien kritisieren die Kanzlerkandidatin der Grünen immer schärfer. (Symbolfoto)

Auch der Tagesspiegel sieht Baerbocks Chancen schwinden, Kanzlerin zu werden.  „Die Stimmung im Land, nach Merkel, nach Corona und wegen der Klimakrise, hätte einen Wechsel herbeiführen können“, heißt es in einem Kommentar. Allerdings hätte Annalena Baerbock sich besser vorbereiten müssen. „Sie hätte wissen müssen, wie sie Armin Laschet angreifen kann. Sie hätte, vor der Kandidatur, Steuerzahlungen und Lebenslauf leisten beziehungsweise korrigieren müssen, um gewappnet zu sein. Hätte.“

Annalena Baerbock: Heftige Kritik von Süddeutsche Zeitung und Stuttgarter Nachrichten

Laut der Süddeutsche Zeitung gehören „Tritte“ zu einer Debatte dazu – um die Standfestigkeit der Bewerber zu erproben, heißt es. Und weiter: „Den allermeisten Menschen fällt es schwer, abzuwägen etwa zwischen Emissionszertifikaten und Energiegeld - wohingegen zu Schummeln und Nebeneinkünfte-Vergessen jeder eine Meinung hat. Deshalb ist es für Baerbock gefährlich, wenn nun permanent Themen hereindonnern, die sich vorzüglich zur Reduktion von Komplexität eignen.“

Es habe Annalena Baerbock klar sein müssen, „schonungslos“ durchleuchtet zu werden, kritisieren auch die Stuttgarter Nachrichten. Sich jetzt als Opfer frauenfeindlicher Kommentatoren zu präsentieren, sei nicht klug. Sie hätte ein Wahlkampfteam um sich sammeln müssen, „das Lebenslauf und Nebeneinkünfte vor Bekanntgabe der Bewerbung checkt, das alle am Buch Beteiligten auf korrekte Zitierregeln einschwört. Und das nicht wie ein getretener Hund auf die Kritik an diesen Versäumnissen reagiert. Die Kampagne der Kandidatin im Umgang mit den eigenen Schwächen ist bislang fast ebenso mies wie die ihrer Gegner“, heißt es in einem Kommentar.

Nicht erst seit der Veröffentlichung ihres Buches steht Annalena Baerbock in der Kritik. Gegenwind gab es zudem als bekannt wurde, dass die Grünen-Kanzlerkandidatin und den ehemaligen Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir erst spät Nebeneinkünfte beim Bundestag eingereicht hatten. Und auch mit der Ankündigung, die Kosten für einen Liter Benzin bis 2023 um 16 Cent pro Liter anzuheben, hatte die Kanzlerkandidatin der Grünen Empörung ausgelöst. (uf)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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