ETA: Ende des Terrors in Spanien in Sicht

Bilbao - In Spanien ist nach mehr als 40 Jahren ein Ende des Terrors durch die baskische Separatistenorganisation ETA in Sicht, der mehr als 800 Menschen das Leben gekostet hat.

 Von einer Niederlage im Kampf für ein unabhängiges Baskenland wollte die ETA zwar in ihrer am Donnerstag verbreiteten Erklärung nicht sprechen, drei maskierte Mitglieder der ETA kündigten in einem Video aber an, dass der bewaffnete Kampf beendet werde.

Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero nannte die Erklärung der ETA einen Sieg für die spanische Demokratie. “In diesem Moment denke ich besonders an die baskische Gesellschaft“, erklärte Zapatero, ohne auf einen möglichen Dialog mit der ETA einzugehen. “Ich bin überzeugt, dass wir von jetzt an eine Koexistenz sehen werden, die nicht auf Furcht oder Einschüchterung basiert. Es wird eine völlig freie und friedliche Koexistenz sein.“

Die ETA hatte bereits im Januar einen dauerhaften Waffenstillstand verkündet, aber bislang nicht offiziell der Gewalt abgeschworen. Verhandlungen mit Vertretern der ETA hatte die spanische Regierung in den vergangenen Jahren stets abgelehnt.

Angehörige von Opfern des ETA-Terrors forderten, dass die Gruppe sich nun auflösen und erklären müsse, wo die Waffen und Materialien zum Bau von Bomben sind. Es sei zwar das gehoffte, aber noch nicht das gewünschte Ende, erklärte ein Sprecherin, Angeles Pedraza. Die Opfer wollten ein Ende der Anschläge, aber sie wollten auch, dass die ETA für das bezahle, was sie getan habe. “Wir wollen die totale Niederlage der ETA.“

Die ETA war in den vergangenen Jahren schon erheblich geschwächt worden. So wurden einerseits etliche Mitglieder festgenommen, andererseits ließ die Unterstützung in der Bevölkerung nach. Die Erklärung zum Ende des bewaffneten Kampfes war deshalb auch schon erwartet worden.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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