EU-Agrarreform: Kritik von Aigner

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Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner 

Passau - Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wirft EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos Fehler bei der Agrarreform vor. Die jetzigen Überlegungen der Kommission erhöhten den bürokratischen Aufwand für Landwirte und Verwaltung.

“Es ist enttäuschend, dass die Europäische Kommission wesentliche Forderungen zur Vereinfachung der EU-Agrarpolitik nicht aufgreift", sagte Aigner der “Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Aigner kritisierte die Pläne der EU-Kommission, die Direktzahlungen an die europäischen Landwirte ab einer bestimmten Betriebsgröße zu kappen und an die Zahl der Arbeitskräfte zu koppeln. Ein solches neues Fördersystem lehne sie ab. Auch sei erst 2013 klar, wie viel Geld tatsächlich aus dem EU-Haushalt für die Agrarpolitik zur Verfügung steht.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, sagte der “Passauer Neuen Presse“, die beabsichtigte Flächenstilllegung und die Kappung der EU-Hilfen seien unverantwortlich. Auch würden die Vorschläge nicht zu mehr Naturschutz, mehr Nachhaltigkeit und einer stärkeren ökologischen Ausrichtung der Landwirtschaft führen.

Sonnleitner kritisierte, wenn Brüssel wie geplant “ökologische Vorrangflächen“ als Beitrag der Landwirtschaft zum Erhalt von Natur und Umwelt einführe, werde dies allein in Deutschland zur Stillegung von 600.00 Hektar Agrarfläche führen. “Das wäre verantwortungslos angesichts des Hungers in der Welt, aber auch der Energiewende“, sagte er.

Die von der EU-Kommission geplante Begrenzung der jährlichen Hilfen auf 300.000 Euro lehnte Sonnleitner ab. “Es darf weder bei den kleinen oder mittleren Höfen noch bei den größeren Betrieben gekürzt werden“, sagte er.

dapd

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