Scharfe Kritik weltweit

Tillerson relativiert US-Ausstieg aus Klimaabkommen

US-Außenminister Rex Tillerson sieht den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen als "eine politische Entscheidung". Foto: Lefteris Pitarakis
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US-Außenminister Rex Tillerson sieht den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen als "eine politische Entscheidung". Foto: Lefteris Pitarakis
Donald Trump will durch die Kündigung des Klimaabkommens Jobs in der US-Kohleindustrie sichern - dass das gelingt, glaubt außer ihm fast niemand. Foto: Pablo Martinez Monsivais
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Donald Trump will durch die Kündigung des Klimaabkommens Jobs in der US-Kohleindustrie sichern - dass das gelingt, glaubt außer ihm fast niemand. Foto: Pablo Martinez Monsivais
"#TotalLoser, so sad!" ("Totaler Verlierer, so traurig") - Greenpeace-Projektion an der Fassade der US-Botschaft in Berlin. Foto: Michael Sohn
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"#TotalLoser, so sad!" ("Totaler Verlierer, so traurig") - Greenpeace-Projektion an der Fassade der US-Botschaft in Berlin. Foto: Michael Sohn
Kohle-Verladehafen in Powhatan: In Ohio hofft die Kohleindustrie auf Donald Trump. Foto: Andreas Hoenig
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Kohle-Verladehafen in Powhatan: In Ohio hofft die Kohleindustrie auf Donald Trump. Foto: Andreas Hoenig
Prima Klima: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (r.) und der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk (l) begrüßen den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Foto: Virginia Mayo
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Prima Klima: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (r.) und der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk (l) begrüßen den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Foto: Virginia Mayo
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv
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Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv
US-Präsident Donald Trump verkündet in Washington den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen. Foto: Pablo Martinez Monsivais
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US-Präsident Donald Trump verkündet in Washington den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen. Foto: Pablo Martinez Monsivais
Die Kuppel des Kapitols in Washington ist hinter den Abgasen des Kapitol-Kohlekraftwerks zu sehen. Foto: Jim Lo Scalzo
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Die Kuppel des Kapitols in Washington ist hinter den Abgasen des Kapitol-Kohlekraftwerks zu sehen. Foto: Jim Lo Scalzo
Hier zum Beispiel ist die Erderwärmung: Die hohen Wassertemperaturen lassen die Korallen am Great Barrier Reef sterben. Foto: Great Barrier Reef Marine Park Authority
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Hier zum Beispiel ist die Erderwärmung: Die hohen Wassertemperaturen lassen die Korallen am Great Barrier Reef sterben. Foto: Great Barrier Reef Marine Park Authority

Die Welt ist geschockt über den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Der US-Außenminister beschwichtigt. Das Umfeld von Donald Trump will nicht sagen, ob er an den Klimawandel glaubt.

Washington (dpa) - Nach dem angekündigten Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen von Paris hat US-Außenminister Rex Tillerson den Schritt relativiert.

"Es war eine politische Entscheidung und es ist wichtig, dass alle anerkennen, dass die Vereinigten Staaten eine großartige Bilanz bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorweisen", sagte er. "Es ist etwas, auf das wir, glaube ich, stolz sein können." Er gehe nicht davon aus, dass die Bemühungen in Zukunft zurückgefahren werden.

Präsident Donald Trump hatte den Ausstieg am Donnerstag verkündet und dies damit begründet, amerikanische Interessen an die erste Stelle setzen zu wollen. In seiner Rede erwähnte er das Wort Klimawandel kein einziges Mal. Dies ließ erneut die Frage aufkommen, ob der Republikaner an das Konzept von globaler Erwärmung glaubt. In der Vergangenheit hatte er die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels angezweifelt.

Das Umfeld des Präsidenten wich Fragen zu dem Thema am Freitag aus. Sein Sprecher Sean Spicer sagte, er habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit Trump darüber zu sprechen. EPA-Chef Scott Pruitt beharrte darauf, dass sich die Diskussion über den Ausstieg allein um die Frage gedreht habe, ob das Abkommen gut für die Vereinigten Staaten sei oder nicht. "Der Fokus lag darauf, ob wir durch Paris Nachteile erleiden. Und in der Tat war es so. Es hat uns einen wirtschaftlichen Nachteil gebracht", erklärte er.

Trumps Entscheidung wurde weltweit scharf kritisiert. Andere Staats- und Regierungschefs hoben die Bedeutung des Abkommens hervor.

Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens sperrten sich gegen Trumps Forderung nach einer Neuverhandlung des internationalen Regelwerks. Sie seien der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen nicht neu verhandelt werden könne, bekräftigten sie in einer gemeinsamen Erklärung.

In China wurde der Ausstieg der USA als "globaler Rückschlag" bezeichnet. Indien - nach China und den USA der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen - versicherte, es werde trotz des Ausstiegs der USA an dem Abkommen festhalten.

Der Klimapakt sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen - und damit auch dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere. Das Abkommen gilt als historisch, weil sich erstmals fast alle Länder beteiligen.

Trump hatte den Ausstieg seines Landes aus dem Abkommen bereits im Wahlkampf zum Thema gemacht. Seine harte Linie unter der Devise "Amerika zuerst" setzt er mit dem Beschluss fort. Seinen Kritikern versprach Trump, die USA würden das umweltfreundlichste Land der Welt werden. Wie er das erreichen will, verriet er nicht.

Der US-Präsident hat angekündigt, die finanziellen Mittel der Bundesregierung für Klimaforschung, für die stark mit Klimaschutz befasste Umweltagentur EPA und zahlreiche Forschungseinrichtungen drastisch zu senken. Es gibt darüber hinaus Pläne, staatliche Subventionen für Erneuerbare Energien zu stoppen. Bereits im März weichte er zentrale Umweltschutzbestimmungen auf.

Das Pariser Klimaabkommen - ein Meilenstein in Gefahr?

Welche Auswirkungen der Klimawandel jetzt schon hat

US-Präsident Trump: Ich sorge mich sehr um die Umwelt

Der Fraktionschef der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), sieht im Protektionismus des US-Präsidenten "riesige Chancen" für Europa. "Staaten wie Mexiko, Japan, Kanada und auch China suchen Alternativen beim Handel und neue Partnerschaften", sagte Weber der "B.Z. am Sonntag". "Und wir Europäer wollen Partnerschaft: (Donald) Trump

baut Mauern, wir bauen Brücken." Die Chancen, die sich mit China auftäten, müsse Europa nutzen. "Auch wenn das Land kein einfacher

Partner ist und viele unserer Werte nicht teilt."

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