EU-Kommission schlägt Alarm

Erasmus-Austausch-Programm in Geldnot

Brüssel - Dem europäischen Studenten-Austausch-Programm könnte laut EU-Kommission in den nächsten Monaten das Geld ausgehen.

„Zu Störungen beim Erasmus-Austausch wird es eher früher als später im neuen Jahr kommen“, warnte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou am Montag in Brüssel. Grund seien Finanzierungslücken im laufenden Haushaltsjahr und das noch nicht beschlossene EU-Budget für 2013.

„Die Situation um Erasmus ist jetzt sehr ernst“, mahnte Vassiliou. Die EU-Kommission werde nach derzeitigem Stand im kommenden Jahr Ausstände von 220 Millionen Euro nicht mehr an die nationalen Träger des Programms für lebenslanges Lernen überweisen können. Die Hälfte der Mittel für dieses Programm entfällt auf Erasmus.

Europaparlament und EU-Staaten haben sich bisher weder auf einen Nachtragshaushalt für das laufende Jahr noch auf ein Budget für das kommende Jahr einigen können. Vassiliou appellierte an die Institutionen, ihren Streit beizulegen. Die EU-Kommission könne nur begrenzt Mittel aus anderen Politikbereichen verschieben. Bereits im Oktober hatte die EU-Kommission auf Finanzierungslücken bei dem beliebten Austauschprogramm hingewiesen.

Insgesamt 231 408 junge Teilnehmer bezogen im Jahr 2011/2012 Geld aus Erasmus-Töpfen. 34 000 von ihnen kamen aus Deutschland, ein kleiner Anteil davon sind Lehrkräfte und Praktikanten. Im vergangenen Jahr wurden die Aufenthalte deutscher Teilnehmer im europäischen Ausland mit insgesamt 50,3 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt bezuschusst.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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