HNA-Verleger Dr. Dirk Ippen

60.000 Euro für Aktion "Kinder für Nordhessen"

Über 2,5 Millionen Euro sind seit Beginn der HNA-Aktion „Kinder für Nordhessen“ im Jahr 2007 an 1116 Antragsteller ausgezahlt worden. Mit dem Geld werden Projekte in Grundschulen gefördert. Zu den größten Unterstützern zählt HNA-Verleger Dr. Dirk Ippen.

Herr Dr. Ippen, Sie beteiligen sich seit Jahren mit der Ippen-Stiftung an der Aktion „Kinder für Nordhessen“ und sind mit 60 000 Euro einer der größten Spender. Warum unterstützen Sie soziale Projekte? 

Dr. Dirk Ippen: Wenn man erfolgreich im Berufsleben war und jetzt das Glück hat, über die Ippen-Stiftung, die ich vor über zehn Jahren gegründet habe, ein bisschen was tun zu können, dann ist man doch dankbar dafür. Und Nordhessen liegt mir als Herausgeber der HNA natürlich ganz besonders am Herzen.

Sie wurden für ihr soziales Engagement mit der Luther- Rose ausgezeichnet. Sie wird an Menschen verliehen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Haben Sie eigene Vorbilder in diesem Bereich? 

Ippen: Ich bin auf dem Land groß geworden, mit Landarbeitern und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu letzterer Gruppe gehörten wir auch. Ich weiß deswegen, wie wichtig es ist, Menschen zu helfen, denen nicht die gebratenen Tauben einfach in den Mund fliegen. Deswegen ist mir von Jugend an vertraut, dass wir uns als Gemeinschaft gegenseitig helfen müssen.

Ausländische Politiker loben den deutschen Sozialstaat wegen der Renten, der Arbeitslosenversicherung und dem Kindergeld. Trotzdem sind viele Menschen auf Unterstützung angewiesen. Läuft etwas falsch bei uns? 

Ippen: Im Vergleich zu anderen Ländern läuft bei uns nicht viel falsch, das kann man sagen. Wir können immer noch glücklich und dankbar sein, in diesem Land leben zu dürfen.

Was ich bedauere ist, dass der Staat Milliarden an den falschen Stellen einsetzt. Viele Menschen in sozialen Berufen wie Kindergärtnerinnen und Volksschullehrer verdienen zu wenig. Dabei ist es so wichtig, die Jugend zu fördern. Der Staat ist großzügig bei der Subventionierung von großen Unternehmen - was ich ablehne. Er leistet sich eine riesige Verwaltung. Wo es aber darauf ankommt, die Menschen zu unterstützen, die sich engagieren, da ist plötzlich das Geld knapp.

Die Aktion „Kinder für Nordhessen“ engagiert sich insbesondere bei Schulprojekten. Ihre eigene Stiftung unterstützt auch die Integration von Ausländern.

Ippen: Richtig. Ich unterstütze mit einer Spende gerade ein Projekt der Roland-Berger-Stiftung, die sich die Aufgabe gestellt hat, Kinder von Emigranten aus den Kriegsgebieten beim Deutschunterricht zu fördern.

Es gibt ja derzeit viele Diskussionen über diese Thema. Dabei muss man doch sehen, dass es eine Chance für uns ist, wenn Menschen hierher kommen. Es funktioniert aber nur, wenn sie voll integriert werden können durch eine schulische Ausbildung. Da ist die Sprache eine unerlässliche Voraussetzung.

Zur Person

 

Dr. Dirk Ippen (74) ist Verleger der HNA und besitzt weitere Tageszeitungen in Deutschland sowie im Ausland. Zu seiner Verlagsgruppe, die die fünftgrößte in Deutschland ist, gehören unter anderem der Westfälische Anzeiger und der Münchener Merkur. Er ist verheiratet und hat drei Adoptivkinder.

Von Max Holscher

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.