Euro oder Drachme?

Parlamentswahl in Griechenland hat begonnen

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Euro oder Drachme: Die ganze Welt blickt auf die griechischen Wahlen.

Athen - Hochspannung in Griechenland: In dem vom Staatsbankrott bedrohten Land haben am Sonntag zum zweiten Mal binnen sechs Wochen Neuwahlen begonnen.

Ja zum Euro oder Konfrontationskurs zu Europa: Angesichts eines drohenden Staatsbankrotts haben die Griechen zum zweiten Mal binnen sechs Wochen über die Zukunft ihres Landes entscheiden müssen. In letzter Konsequenz ging es bei der Parlamentswahl am Sonntag um die Frage, ob Athen in der Eurozone bleibt oder zur Drachme zurückkehrt - mit unübersehbaren Folgen.

Nach dem Wunder von Warschau, wo die griechische Fußball-Nationalmannschaft mit einem Sieg über Russland überraschend ins EM-Viertelfinale eingezogen war, hofften bei der Parlamentswahl am Sonntag Gegner und Befürworter des Spar- und Reformkurses auf einen Sieg. Demoskopen sagten ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Bündnis der radikalen Linken und den Konservativen voraus. Es galt als sicher, dass keine Partei die absolute Mehrheit erreichen wird.

Sowohl die EU als auch die internationalen Finanzmärkte schauten mit bangen Blick auf den Ausgang der Schicksalswahl. Die Nervosität an den Finanzmärkten ist nicht nur wegen Griechenland, sondern auch angesichts der Probleme in Spanien und Italien extrem hoch.

Eine Parlamentsmehrheit für das Bündnis der radikalen Linken und deren Verbündeten wäre eine Hiobsbotschaft für die Eurozone. Die Radikallinken wollen das mit den Geldgebern vereinbarte Sparpaket einseitig aufkündigen. Allerdings sind die Kredite des Euro-Krisenfonds EFSF und des Internationalen Währungsfonds IWF an Auflagen gebunden. Sollte Griechenland diese nicht erfüllen, werden weitere Zahlungen gestoppt, dann droht der Staatsbankrott.

Die Euro-Retter streckten dem hoch verschuldeten Land kurz vor der Wahl noch einmal die Hand entgegen: Über die Laufzeit der Athener Sparprogramme könne noch einmal diskutiert werden - über die Inhalte aber nicht, zitiert das Magazin “Focus“ aus der Umgebung des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker.

Damit wollten die Euro-Retter das proeuropäische Lager in Griechenland um die Konservativen und Sozialisten stärken. Die beiden Parteien wollen das Spar- und Reformpaket zwar umsetzen, aber mit den Geldgebern über Lockerungen und Aufschübe verhandeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) signalisierte keine Bereitschaft zu neuen Kompromissen. Europa könne nur funktionieren, wenn alle Mitgliedsstaaten sich an Haushaltsdisziplin hielten, sagte sie beim Landesparteitag der hessischen CDU in Darmstadt. Mit der bisherigen Praxis “Versprochen - gebrochen - nichts passiert“ müsse Schluss sein. “So geht das in Europa unter keinen Umständen weiter.“

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Demoskopen sagten bis zuletzt ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Konservativen der Nea Dimokratia (ND) und dem Bündnis der radikalen Linken (Syriza) voraus. “Die Wahlen verlaufen normal, wie wir es geplant hatten“, erklärte Innenminister Antonis Manitakis am Sonntagvormittag. “Heute spricht das griechische Volk. Morgen beginnt eine neue Ära für Griechenland“, sagte der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, im Fernsehen nach der Stimmabgabe in seiner Heimatstadt Pylos.

Vor dutzenden Journalisten gab der Chef der Linken, Alexis Tsipras seine Stimme im Athener Stadtteil Kypseli ab. Zu Befürchtungen, Griechenland gehe Bankrott, wenn die Linke gewinnt, sagte er: “Wir haben die Angst besiegt. Heute gehen wir einen neuen Weg. In ein Europa das sich ändert.“ Die Zukunft gehöre denjenigen, die Hoffnungsträger sind, sagte der 37-jährige Star der Politikszene Griechenlands.

“Das Land muss morgen eine Regierung haben“, sagte der Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos. Nur eine breite Koalition, eine Regierung der Nationalen Verantwortung, könne das Land aus der Krise führen und es im Euroland halten. Die zweite Wahl binnen sechs Wochen war notwendig geworden, weil Gegner und Befürworter des Spar- und Reformprogramms nach der Parlamentswahl vom 6. Mai keine Mehrheit für eine Regierungsbildung finden konnten.

dpa

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