Kommentar zur Quotenregelung für Flüchtlinge: Europas Versprechen

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Europa. Griechenland und Italien sind völlig überfordert. Die EU-Kommission will ein faireres System. Ein Kommentar von Detlev Drewes

Es geht nicht um die 11.849 Flüchtlinge und Bürgerkriegs-Opfer, die Deutschland nach dem Vorschlag der Brüsseler Kommission aufnehmen müsste. Niemand soll sagen, das reichste, wohlhabendste und wirtschaftsstärkste Land der EU sei nicht in der Lage, ein paar Betroffene mehr zu verkraften. Wer wie die Bundesrepublik und Europa auf Werte schwört, muss damit rechnen, dass seine Versprechen auch eingefordert werden.

Aber nicht das anonyme Gebilde EU hat den Lackmus-Test seiner Glaubwürdigkeit abzuliefern, sondern die Europäer. Sie sind es, die nun zeigen müssen, dass Frieden, Freiheit und Wohlstand keine geschlossene Veranstaltung sind, sondern dass man sich vor dem Hintergrund der eigenen dunklen Vergangenheit die Offenheit für jene bewahrt hat, denen es heute so geht wie Europäern vor 70 Jahren.

Die Brüsseler Kommission hat nicht nur ein vertretbares, sondern vor allem ein machbares Quoten-Instrument vorgelegt. Trotzdem bedeutet dieser Vorstoß eine Herausforderung: Stehen die Europäer dazu, die Menschenrechte nicht nur für sich selbst zu garantieren, sondern auch für jene, deren Leben bedroht ist?

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