ARD, ZDF, N-TV, N24, Phoenix

Europawahl 2014: So berichten die TV-Sender

Berlin - In den 28 Staaten der europäischen Union steht die Europawahl an. Rund 400 Millionen Bürger sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Doch wie berichten hierzulande die Fernsehsender über die Wahl?

In Deutschland wird am 25. Mai abgestimmt. Nicht nur bei der Abstimmung selbst, auch beim Fernsehprogramm haben die Deutschen die Qual der Wahl.

ARD: Am Wahlsonntag liegt ab 17.45 Uhr der Schwerpunkt der ARD-Berichterstattung zunächst auf dem deutschen Ergebnis, es moderieren Michael Strempel und Ellen Ehni. Gespräche mit Experten, Live-Schalten in Parteizentralen und Gäste aus der Politik sind geplant. Während des „Tatort“-Krimis läuft die Berichterstattung online und auf tagesschau24 weiter. Nach dem Film sind die Ergebnisse und Aussichten der Wahl Thema bei Günther Jauchs Talk. Von 23.05 Uhr an stehen unter anderem mit Live-Schalten zu Korrespondenten die gesamteuropäischen Wahlergebnisse im Mittelpunkt.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Europawahl 2014 finden Sie in unserem Live-Ticker!

ZDF: Das ZDF berichtet am Wahlsonntag ab 17.45 Uhr. Zunächst stehen die Hochrechnungen des deutschen Ergebnisses im Zentrum. Bettina Schausten moderiert und Theo Koll präsentiert die Prognosen. Zudem soll es politische Reaktionen von Studio-Gästen und aus den Parteizentralen geben. Und es sind Experten-Gespräche geplant. In der Nachrichtensendung „heute“ will das ZDF Reaktionen aus Brüssel und Berlin senden. Ab 22.10 Uhr startet der zweite Block zur Europawahl: Dabei soll es vor allem um die Ergebnisse in anderen Ländern gehen.

N-TV: Der Nachrichtensender n-tv berichtet am Wahlsonntag von 18.00 Uhr an über die Europawahlen. Es moderiert Christoph Teuner, als Politik-Experte ist Heiner Bremer geplant. Sie sollen die Ergebnisse analysieren und einordnen.

Europawahl 2014: Das sind die Spitzenkandidaten

MARTIN SCHULZ (Sozialdemokratische Partei Deutschlands/SPE): Der 58 Jahre alte SPD-Politiker gilt als wortgewandt, streitlustig, ehrgeizig. 2004 übernahm der gelernte Buchhändler aus Würselen den Fraktionsvorsitz der Sozialisten, 2012 wurde er Präsident des Europaparlaments. Schulz ist Europäer aus Leidenschaft, schnell im Denken und im Sprechen. Auch auf Französisch und Englisch. © dpa / Text: dpa
JEAN-CLAUDE JUNCKER (Europäische Volkspartei/EVP): Der frühere luxemburgische Premier geht als Favorit ins Rennen, weil die Christdemokraten seit langem im Parlament eine komfortable Mehrheit haben. Der 59-Jährige gilt als Mann der klaren Worte. Juncker ist eine feste Größe in der Europapolitik: Von 2005 bis 2013 war er Vorsitzender der Eurogruppe und wirkte entscheidend daran mit, die Eurokrise zu bewältigen. Der Jurist spricht fließend Englisch, Deutsch und Französisch. © dpa / Text: dpa
JOSÉ BOVÉ (Grüne): Der 60-jährige Franzose ist Landwirt, Schafzüchter, Umweltaktivist und hat die Anti-Globalisierungsbewegung Attac mitbegründet. Bekannt wurde der „Bauernführer“, als er 1999 mit Mitstreitern eine McDonald's-Filiale kurz vor deren Eröffnung demolierte. Seit 2009 sitzt Bové für die Grünen im Europaparlament. © AFP / Text: dpa
FRANZISKA („SKA“) KELLER (Grüne): Die 32-Jährige ist in Deutschland eher unbekannt. Die frühere Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg zog 2009 ins Europaparlament ein. Keller studierte Judaistik, Islamwissenschaft und Turkologie. Sie spricht Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch und Arabisch und ist mit einem Finnen verheiratet. © dpa / Text: dpa
GUY VERHOFSTADT (Allianz der Liberalen und Demokraten/ALDE): Verhofstadt ist Belgier aus Flandern und überzeugter Europäer. Der 60-Jährige war bis 2008 insgesamt neun Jahre Ministerpräsident seines Heimatlandes. Seit 2009 ist der studierte Jurist Fraktionschef der europäischen Liberalen im Europaparlament. Verhofstadt und seine Frau haben zwei Kinder. © AFP / Text: dpa
OLLI REHN (Allianz der Liberalen und Demokraten/ALDE): Der Finne arbeitet seit 2004 als EU-Kommissar. Bis 2010 betreute er die EU-Erweiterung, danach übernahm er das Ressort Wirtschaft und Währung. Rehn hat in den USA und in Helsinki Politik, Wirtschaft, Journalismus und internationale Beziehungen studiert. Der 52-jährige wird in Brüssel als Vermittler und Diplomat geschätzt. © dpa / Text: dpa
ALEXIS TSIPRAS (Linke): Der Senkrechtstarter aus Griechenland begann seine politische Laufbahn in den 1990er Jahren als Studentenführer. Er nahm an Demonstrationen der Globalisierungskritiker in Berlin, Genua und Florenz teil. 2008 wurde er Vorsitzender der Linkspartei Syriza. Der 39-Jährige gilt als ausgezeichneter Redner. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin und zwei Söhnen in Athen. © AFP / Text: dpa

N24: Von 17.55 Uhr bis 18.45 Uhr berichtet N24 von der Europawahl. Tatjana Ohm führt durch die Sendung und soll gemeinsam mit Michel Friedman die Prognosen und Hochrechnungen einordnen. Diese werden von Carsten Hädler präsentiert. Außerdem sind Schalten zu den Korrespondenten geplant.

PHOENIX: Bei Phoenix wurde der gesamte Mai zum Europa-Monat erklärt. Am Sonntag soll die Wahl-Berichterstattung ab 14.00 unter der Fragestellung „Europa - Traum oder Alptraum“ starten. Moderiert wird die Sendung von Guido Knopp. Um 21.45 Uhr läuft der Film „Das Wunder von Europa“. Zwischen 17 und 1 Uhr nachts sind immer wieder Sondersendungen im Programm.

ARTE: Der deutsch-französische Sender Arte sendet am Wahlsonntag um 22.30 ein Spezial zu den Europawahlen.

Das sind die wichtigsten Organe der EU

Die Europäische Union ist ein aus 28 europäischen Staaten bestehender Staatenverbund. Dessen Bevölkerung umfasst derzeit rund 505 Millionen Einwohner. Innerhalb der EU bilden 18 Staaten die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion - von den neu beigetretenen Ländern nehmen bisher Slowenien, Malta, Zypern, die Slowakei, Estland und Lettland daran teil. Der Europäische Binnenmarkt ist der am Bruttoinlandsprodukt gemessen, größte gemeinsame Markt der Welt. © dpa
José Manuel Barroso ist Präsident der Europäischen Kommission. Diese nimmt vor allem Aufgaben der Exekutive (ausführende Gewalt) wahr und entspricht damit ungefähr der Regierung in einem nationalstaatlichen System. Jedoch hat die Kommission noch weitere Funktionen, insbesondere besitzt sie das alleinige Initiativrecht für die EU-Rechtsetzung. Die Mitglieder der Kommission heißen Kommissare und werden von den einzelnen EU-Staaten entsandt. © dpa
Das Richtergremium, das im Gerichtshof der Europäischen Union für Menschenrechte erstmals im Februar 1959 in Straßburg zusammentrat, arbeitet unermüdlich daran, Folteropfer zu entschädigen, juristisches Unrecht geradezurücken oder die Meinungs- und Versammlungsfreiheit vor Angriffen zu schützen. © dpa
Das europäische Parlament mit Sitz in Straßburg ist das einzig direkt gewählte Organ der Europäischen Union. Es wird daher auch Bürgerkammer genannt. Zu seinem Kompetenzbereich gehören Gesetzgebungs- und Haushaltsbefugnisse. Die Mitglieder heißen EU-Abgeordnete. © dpa
Der Europäische Rat ist das Gremium der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Er dient als übergeordnete Institution dazu, die entscheidenden Kompromisse zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten zu finden und Impulse für die weitere Entwicklung der Union zu setzen. Der Rat repräsentiert die Regierungen der Mitgliederstaaten. © dpa
Die Hauptaufgabe des Europäischen Rechnungshofs besteht darin, einen Bericht über die Verwendung der Mittel der Europäischen Union vorzulegen. Der Bericht wird mit Stellungnahmen der Organe im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. © dpa
Eine Zentralbank ist eine Institution, die für die Überwachung des Bankensystems und die Regulierung der Geldmenge in einer Volkswirtschaft zuständig ist. Im Euro-Raum übernimmt die Europäische Zentralbank ( EZB) diese Aufgaben. Hauptziel ist die Preisniveaustabilität des Euro. © dpa
Der Rat der Europäischen Union übt zusammen mit dem Europäischen Parlament die Rechtsetzung der Europäischen Union aus. Die Regierungen koordinieren dabei in den verschiedenen Politikbereichen. © dpa

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