Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg erlaubt Trauung homosexueller Paare

Drei evangelische Landeskirchen haben homosexuelle Paare mit heterosexuellen gleichgestellt: Unser Archivbild zeigt das Paar Heinz Haare (links) und Reinhard Lüschow aus Hannover, das seine Eheringe zeigt. Foto: dpa

Berlin. Ringe dürfen ab dem 1. Juli getauscht werden: Durch den Beschluss der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) haben homosexuelle Paare ab dem Sommer die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare. Sie dürfen gemeinsam vor den Traualtar treten und sich ins Kirchenbuch eintragen lassen.

Bisher war nur eine kirchliche Segnung für eingetragene Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Partner möglich, die Zeremonie der Trauung war nur für Mann und Frau vorgesehen.

Trotzdem gibt es eine Ausnahme für homosexuelle Paare: Der Pfarrer kann in begründeten Einzelfällen eine Trauung ablehnen. „Es gehört zur Freiheit des Einzelnen, solche Ausnahmen aus Gewissensgründen zuzulassen“, erklärte der Bischof der EKBO, Markus Dröge. Eine Trauung solle dann in einer anderen Gemeinde möglich sein.

Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg bezeichnete die Entscheidung trotz der Ausnahmeregelung mit der Entscheidungsfreiheit der Pfarrer als „sehr großen Fortschritt der evangelischen Kirche“.

Die EKBO tritt mit ihrer Entscheidung in die Fußstapfen der evangelischen Landeskirchen Hessen-Nassau und des Rheinlands. Als erste evangelische Landeskirche beschloss Hessen-Nassau bereits im Jahr 2013 die Gleichstellung homosexueller Paare. Lange passierte in den anderen 19 Landeskirchen nichts, Anfang des Jahres beschloss dann aber auch die Landeskirche Rheinland, der Trauung von Lesben und Schwulen zuzustimmen.

In den meisten der evangelischen Landeskirchen ist eine Segnung für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Lediglich in Sachsen, Baden und Württemberg sind Segnungen entweder nicht vorgesehen oder liegen im Ermessen der einzelnen Gemeinde und des einzelnen Pfarrers.

In Sachsen gilt beispielsweise die Regelung, dass eine geistliche Begleitung für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ausschließlich in der Seelsorge vorkommen kann.

Einige evangelische Landeskirchen bestehen darauf, dass eine Segnung einem Traugottesdienst nicht zu sehr ähnelt. In manchen Kirchen können trotzdem Ringe ausgetauscht werden. Durch den Segen spricht ein Pfarrer göttlichen Beistand zu. Die Trauung gilt demgegenüber als von Gott anerkannter Bund, der nach katholischer Lehre zu Lebzeiten unauflöslich ist. (mit dpa)

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